Schweizer Unternehmen, die seit der Implementierung des JCPOA im Januar 2016 ihre Aktivitäten mit oder im Iran aufgebaut und ausgebaut haben, stehen nun vor dem möglichen Problem, dass die sogenannten sekundären Sanktionen, also solche gegen nicht-US Unternehmen wieder reaktiviert werden könnten. Eine weitere Eskalation der politische Situation könnte dann zu einer allgemeinen Reaktivierung der Sanktionen der internationalen Gemeinschaft inkl. EU und Schweiz führen.

Selbst wenn die USA im Alleingang Sanktionen gegen den Iran reaktivieren, könnte dies zu einem Problem für Schweizer Unternehmen führen. Die Sekundären Sanktionen der USA wirken extraterritorial und zielen unter anderem auf ausländische Unternehmen. Hier wurden in der Vergangenheit vor allem die Banken das Ziel von Behörden wegen Verfehlungen gegen US Sanktionen. Es ist wahrscheinlich, dass hiesige Banken im Falle einer Verschärfung von US Sanktionen ihre Unterstützung für Iran Transaktionen einstellen werden. Dies käme defacto einem Embargo gleich, da Unternehmen jegliche Unterstützung der Finanzinstitute für Zahlungen aus dem Iran verlieren würden.

Schweizer Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Verträge mit entsprechenden «Snap-back» Klauseln ausgekleidet sind. Dies, um im Falle von Verschärfungen der Sanktionen ihre Verträge ohne Vertragsstrafen aufkündigen zu können. Die Standard force majeure-Klauseln greifen in solchen Situationen eher nicht.

Schweizer Unternehmen sollten die Situation genau beobachten und Pläne ausarbeiten, um für den Fall verschärfter Sanktionen gerüstet zu sein.