Die Zinssätze zur Berechnung der Pensionsrückstellungen für die Steuer- und Handelsbilanz bleiben bis auf weiteres unverändert. Seit 1982 werden Pensionsrückstellungen in der Steuerbilanz mit einem Zinssatz von 6 % berechnet. Der Zinssatz wird in § 6a Abs. 3 Satz 3 EStG gesetzlich vorgeschrieben. Für die Handelsbilanz errechnet sich die Pensionsrückstellung aus dem durchschnittlichen Marktzinssatz (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Die steuerliche Behandlung der Pensionsrückstellungen entspricht damit nach Ansicht vieler nicht der ökonomischen Realität der anhaltenden Niedrigzinsphase. Das Finanzgericht Köln hält die Vorschrift des Einkommenssteuergesetzes daher für verfassungswidrig und legte die Bestimmung dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vor (Az. 2 BvL 22/17). Das Normenkontrollverfahren ist nach wie vor beim Bundesverfassungsgericht anhängig.

Die Bundesregierung sieht dennoch keinen Handlungsbedarf. Auf die Kleine Anfrage einiger Abgeordneter und der FDP-Fraktion (BT-Drucksache 19/3091 vom 29. Juni 2018) hat sie klargestellt (BT-Drucksache 19/3423 vom 17. Juli 2018), dass sie den Zinssatz nicht für unrealistisch hoch hält. Ein gesetzlich eindeutig festgeschriebener Zinssatz verhindere, dass in Phasen steigender Kreditzinsen die Unternehmen steuerlich zusätzlich belastet würden. Als ertragsteuerliche Größe orientiere er sich an der Eigenkapitalverzinsung und nicht am Fremdkapitalzins. Dementsprechend hält die Bundesregierung § 6a Abs. 3 Satz 3 EStG für verfassungsgemäß. Die Bewertung des Bundesverfassungsgerichts bleibt abzuwarten.