Der Autor befasst sich mit den Anforderungen an die Prüferauswahl durch Aufsichtsräte bzw. Prüfungsausschüsse von Unternehmen des öffentlichen Interesses (Banken, Versicherungen und alle diejenigen, die für von ihnen emittierte Wertpapiere den geregelten Markt in Anspruch nehmen), die das am 16. Juni 2014 in Kraft getretene Gesetzgebungspaket zur EU-Reform der Abschlussprüfung (siehe unser Update Juni 2014) mit sich bringt. Er weist darauf hin, dass die Aufsichtsräte bzw. Prüfungsausschüsse dieser Unternehmen künftig aufgrund der EU-Vorgaben regelmäßig ihren Abschlussprüfer wechseln sowie Mindestanforderungen an Ausschreibungsverfahren beachten werden müssen. Im Ergebnis werde es zukünftig nicht mehr möglich sei, den Abschlussprüfer unbegrenzt wiederzubestellen. Große Unternehmen des öffentlichen Interesses müssten neue Anforderungen an Ausschreibungsverfahren beachten. Die Komplexität der Prüferauswahl werde weiter verstärkt durch ebenfalls komplexere europäische Vorgaben zu Nicht-Prüfungsleistungen.

Der deutsche Gesetzgeber müsse in den kommenden zwei Jahren im Rahmen der Umsetzungsgesetzgebung noch wesentliche Weichenstellungen hinsichtlich der genauen Ausgestaltung vornehmen, da das EU-Gesetzgebungspaket eine Reihe bedeutender Mitgliedstaatenwahlrechte beinhalte.

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