Im Hinblick auf die Umsetzung der Richtlinie 2015/2366/EU über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (s.g. PSD2), die spätestens im Januar 2018 erfolgt sein muss, hat die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) seit dem 22. September eine öffentliche Beratung im Internet zu ihrem Leitlinienentwurf gemäß dieser Richtlinie der Drittanbieter von Zahlungsdiensten (Third Party Payment Services Provider, TPPSP) eingeleitet. Die EBA hat mit diesem Dokument die Leitlinien für die Kriterien ausgearbeitet, nach denen die Mitgliedstaaten die Mindestdeckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung für TPPSP festlegen.

Die neuen elektronischen Zahlungsmechanismen, die mit der Richtlinie eingeführt wurden, sind: Zahlungsauslösedienste (Payment Initiation Service) und Kontoinformationsdienste (Account Information Service). Insbesondere ist der PIS ein Dienst, indem es eine Softwarebrücke zwischen der Website des Händlers und der online- Banking-Plattform des kontoführenden Zahlungsdienstleister des Zahlers gibt, um auf Überweisungen gestützte Zahlungen über das Internet auszulösen. Der AIS bietet dem Zahlungsdienstnutzer einen Überblick über Online-Informationen zu einem oder mehreren Zahlungskonten bei einem oder mehreren anderen Zahlungsdienstleistern, die über Online-

Schnittstellen des kontoführenden Zahlungsdienstleisters zugänglich sind. Der Zahlungsdienstnutzer erhält somit in Echtzeit einen Gesamtüberblick über seine finanzielle Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ziel der Richtlinie ist ein effizienter und sicherer Binnenmarkt für Zahlungsdienste, orientiert an „Open Banking“, vor allem aufgrund der genannten Internet- Zahlungssysteme. Dies vergrößert jedoch die Zahl der an den Zahlungsdiensten Beteiligten und verschärft das Problem der korrekten Verteilung der Zuständigkeiten der Drittanbieter von Zahlungsdiensten.