Im Gegensatz zu Verbrauchern handeln Unternehmer nicht zur Erfüllung privater Zwecke, sondern im Rah-men ihrer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit. Sie nehmen am Geschäftsverkehr teil, um ihre unter-nehmerische Tätigkeit zu fördern.  

Daraus ergibt sich die Erwartung, dass Unternehmer geschäftserfahren sind. Sie sind für die von ihnen vorgenommenen Handlungen selbst verantwortlich, da sie prinzipiell über die notwendigen Kenntnisse und die Geschäftsgewandtheit verfügen. Sie sind also imstande, die Marktchancen und das Marktpotenzial bes-ser auszunutzen. Allgemeine Geschäftsbedingungen werden in erster Linie dem Bedürfnis des Geschäftsver-kehrs nach Rationalisierung und Vereinfachung von Massenverträgen gerecht. Ihre Verwendung ist im un-ternehmerischen Bereich weit verbreitet, da sie zur Förderung der zügigen, unkomplizierten und flexiblen Durchführung unternehmerischer Geschäfte beitragen. Diesen Bedürfnissen der Unternehmer kommt auch die Wahl der Schiedsgerichtsbarkeit entgegen. Die Schiedsgerichtsbarkeit bietet einen weiten Gestaltungsspielraum der Parteien, weshalb sie bei Unternehmern besonders beliebt ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie das AGB-Recht, das in die Privatautonomie eingreift, um die Angemessenheit der ver-wendenden AGB und demzufolge die Vertragsgerechtigkeit zu gewährleisten, mit der Schiedsgerichtsbar-keit, die von der weiten Privatautonomie der Parteien ausgeht, im Unternehmerverkehr, der seine eigenen Besonderheiten aufweist, zu kombinieren ist.

Die Beziehung zwischen der Schiedsgerichtsbarkeit und dem AGB-Recht im unternehmerischen Geschäfts-verkehr wird im neuveröffentlichten Werk „Das AGB-Recht in der nationalen und internationalen Schieds-gerichtsbarkeit im unternehmerischen Geschäftsverkehr“ von Dr. Styliani Ampatzi, LL.M. im Detail behan-delt. Die Dissertation bezieht sich auf das deutsche und das griechische Recht und konzentriert sich auf zwei Aspekte der ermittelten Problematik, die miteinander verbunden sind: Untersucht wird zunächst die Rele-vanz des nationalen AGB-Rechts bei nationalen und internationalen Schiedsverfahren mit Sitz in Deutsch-land bzw. Griechenland. Es stellt sich dabei insbesondere die Frage, wann das AGB-Recht auf die verschiede-nen Statuten, die im Rahmen der Schiedsgerichtsbarkeit gelten, anwendbar ist und ob Schiedsparteien, die Unternehmer sind, eine Möglichkeit zur Abwahl des AGB-Rechts haben. Anschließend wird die Vereinba-rung von schiedsrechtlichen Klauseln in AGB bei Anwendung des deutschen bzw. des griechischen Rechts erörtert. Dabei werden ausschließlich Verträge zwischen Unternehmern berücksichtigt. Nennenswert ist, dass die Arbeit einen neuen Ansatz bezüglich der Kontrollunterworfenheit von AGB-Schiedsklauseln dar stellt.

Was die ermittelte Problematik anbelangt, weisen die Rechtssysteme der zwei untersuchten Länder große Ähnlichkeiten auf. Trotzdem unterscheidet sich der Ansatz des nationalen Gesetzgebers in einzelnen Punk-ten. Dies bildet eine ideale Ausgangssituation, um die unterschiedlichen Lösungen desselben Problems zu analysieren und das Ziel der Untersuchung am besten zu erreichen. Das Werk zielt insbesondere darauf ab, durch die Auseinandersetzung mit zwei ähnlichen Rechtsordnungen und deren Vergleich herzuleiten, wie das Recht den Unternehmern am besten dient und wie schiedsrechtliche AGB-Klauseln in Verträgen zwi-schen Unternehmern ihre Funktion zweckmäßig erfüllen können. Im Laufe der Untersuchung werden des Weiteren Probleme und dogmatische oder praktische Defizite der zwei Rechtsordnungen festgestellt und Lösungen vorgeschlagen, die den Gegebenheiten jeder ermittelten Rechtsordnung entsprechen. Schließlich ist es Ziel der Arbeit, zu eruieren, 

ob die rechtliche Behandlung der schiedsrechtlichen AGBKlauseln in un-ternehmerischen Verträgen die Notwendigkeit einer Reform des AGB-Rechts rechtfertigt. Diese letzte Frage bezieht sich insbesondere auf das deutsche Recht, wo die Reformnotwendigkeit des AGB-Rechts in der Lehre und zwischen Schiedsrechtlern aktuell brisant diskutiert wird. Das Werk geht insoweit auf Fragen und Prob-leme ein, die bisher weder in Deutschland noch in Griechenland monographisch behandelt worden waren, und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung zweier Rechtsordnungen.