In den zehn Jahren seit der Reform des Gesellschaftsrechts scheint sich am System der Governance in italienischen Gesellschaften wenig geändert zu haben. Eine von der Arbeitsgruppe für Gesellschaftsrecht der Handelskammer in Mailand (Osservatorio sul diritto societario della Camera di Commercio di Milano, Präsident: Bruno Ermolli)in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt einige interessante Ergebnisse auf: zunächst, dass ein stetiger Rückgang der Anzahl von s.p.a. (AG) zu verzeichnen ist, während die Zahl der s.r.l. (GmbH) zugenommen hat. Außerdem, dass sich s.p.a und s.r.l. mit jeweils einem Alleingesellschafter weiter verbreitet haben: seit der Reform nahmen erstere um 38,2% und letztere um 196% zu, und stellen zusammengenommen 30% aller Gesellschaften dar. Nur mäßig angenommen wurden die neuen Modelle der Verwaltung und Kontrolle: seit 2007 haben sich nur 0,37% der Gesellschaften für das Einheitsmodell entschieden; dasselbe lässt sich über das duale Modell sagen: der Anteil der s.p.a., die sich hierfür entschieden haben, liegt – wie ihm Jahr 2006 – bei 0,24%. Auch wenn es um die Zusammensetzung der Gesellschafter geht, stellen sich die italienischen Gesellschaften als “von altem Schrot und Korn” heraus: in 91% der Fälle halten die ersten drei Aktionäre einen Kapitalanteil von 51% oder mehr. Somit stehen wir einer noch weitgehend durch Familien geprägten Kapitalstruktur gegenüber.