EMPFEHLUNGEN AUF DEM WEG ZUR ENTWICKLUNG DER AUTOMOBIL ZULIEFERERKETTE UND INTEGRATION LOKALER UNTERNEHMEN DURCH AUSLÄNDISCHE INVESTOREN IN VIETNAM – AUSBLICK AUF DAS EU – VIETNAM FREIHANDELSABKOMMEN (EVFTA)

Zwar ist der vietnamesische Fahrzeugmarkt nicht einer der Größten in der ASEAN. Bisher wurde die inländische Nachfrage von lokalen Zulieferern abgedeckt. Jedoch könnte die Reduktion von Zöllen durch AFTA im Jahr 2018 und die Einfuhr von in ASEAN-Mitgliedsstaaten (Thailand, Indonesien) hergestellten Fahrzeugen die Entwicklung der lokalen Automobilindustrie bremsen.

Die Entwicklung der Automobilzulieferkette in Vietnam erfordert die Expansion des Inlandsmarktes, genauer gesagt die Erweiterung von Nachfrage und Angebot. Die Lieferkette umfasst eine vielseitige Zuliefererstruktur, da tausende von Einzelteilen für die Herstellung von Fahrzeugen benötigt werden.

Da die Industrie vor Ort aus eher kleineren Unternehmen besteht, bleibt der Skaleneffekt (engl. economies of scale) gering und es scheint sowohl für lokale als auch für ausländische Zulieferer schwieriger, die QCD-Anforderungen (d.h. Vereinbarkeit von Qualität / Kosten / Lieferung) zu erfüllen. Darüber hinaus ist es notwendig weitere Bedingungen zu erfüllen, wie z. B. Forschung und Entwicklung (R&D), um konkurrenzfähig zu bleiben, den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen und ein kontinuierliches Wachstum der Verkaufszahlen beizubehalten.

Dennoch wird nicht von allen Lieferanten erwartet die Anforderungen zu erfüllen, da dies von ihrer jeweiligen Position in der Lieferkette abhängig ist. Derzeit sollten vietnamesische Lieferanten QCD-Anforderungen erfüllen. Da dies aber nicht immer der Fall ist, hängt die lokale Produktion immer noch von importierten Einzelteilen ab. Die Weiterentwicklung der lokalen Produktion kann nicht vorankommen, bevor das Problem der unzureichenden Leistungsfähigkeit örtlicher Zulieferer gelöst sein wird.

Daher sollten, in Anbetracht der kommenden Veränderungen in Vietnam, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie z.B. die Erhebung von Zulassungssteuern beibehalten und die Regulierung der lokalen Produktion klargestellt werden. Eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Rahmenbedingungen würde den Prozess beschleunigen.

Darüber hinaus könnten die örtlichen Zulieferer von der Erfahrung der ausländischen Zulieferer profitieren, weshalb deren technische Unterstützung und organisatorische Zusammenarbeit gefördert werden sollte. Durch Teilhabe örtlicher Zulieferer an ausländischem Wissen erreicht man eine Win-Win-Situation: ausländische Zulieferer oder OEM-Hersteller (engl. original equipment manufacturers) profitieren in Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und lokale Zulieferer in Hinblick auf Expertise.

Ausblick auf die EVFTA

Die am 2. Dezember 2015 unterzeichnete EVFTA eröffnet neue Möglichkeiten für sowohl vietnamesische als auch europäische Märkte. Da europäische Unternehmen in der Automobilindustrie führend sind, bietet Vietnam eine einmalige Gelegenheit, sich auf einen vielversprechenden Markt in Südostasien auszuweiten. Tatsächlich wächst die inländische Nachfrage und wird Prognosen zufolge von 300.000 auf 1,5 Millionen Autoverkäufe pro Jahr bis 2025 ansteigen. Dies erklärt sich durch Vietnams junge Bevölkerung – die Hälfte ist unter 30 Jahren alt – und der ständige Bedarf an neuen Industrieprodukten. Arbeitskräfte gehören zu Vietnams größten Vorteilen aufgrund der jungen Bevölkerung und der schnell wachsenden Mittelschicht.

Die wichtigsten Punkte

 Örtliche Zulieferer sind noch nicht bereit, die Automobilzuliefererkette eigenständig zu übernehmen und sind nach wie vor auf ausländische Zulieferer angewiesen, um sich deren Wissen anzueignen sowie um dem Grundbedarf gerecht zu werden.

 Die Richtlinien sind nicht darauf ausgelegt, die lokale Produktion zu fördern und sollten überarbeitet werden, um eine Öffnung des Marktes noch vor dem Inkrafttreten der AFTA (2018) zu ermöglichen.

 Der Wettbewerb innerhalb der ASEAN wird die örtliche Produktion aufrütteln, und es ist wichtig für Vietnam inländische Zulieferer zu verpflichten strenge Regeln einzuhalten, um zu verhindern, dass sich die Nachfrage aus In- und Ausland den internationalen Anbietern zuwendet.

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