Im Jahr 2008 hat der deutsche Gesetzgeber die “Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)” mit einem Stammkapital von mindestens einem Euro eingeführt, welche keine neue Rechtsform, sondern eine bloße Rechtsformvariante der GmbH darstellt.

Es handelt sich hierbei um die deutsche Antwort auf das Bedürfnis nach größtmöglicher Flexibilität und einfacher Unternehmensstruktur. Anders ausgedrückt, wenn die englische Ltd. einen Mindeststammkapitalbetrag von 1 Sterling vorsieht – warum soll dann die GmbH eine Mindeststammeinlage von 25 000 Euro voraussetzen? Aus diesem Grund wurde die Ein-Euro–GmbH eingeführt.

Seit ihrer Einführung hat sich die sogenannte haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft dementsprechend auch als Erfolg erwiesen: Zum 1.1.2012 gab es 64.371 UGs (Quelle: Udo Kornblum, GmbHR 2012, 729) – damit also mehr als Ltd.s.

Problematisch erscheint jedoch die Umsetzung größtmöglicher Transparenz.

.2012 – II ZR 256/11) hat zurHaftungsbeschränkung der UG in einem Fall entschieden, in dem ein Geschäftsführer Werklieferungsverträge unterschrieben und dabei statt der Bezeichnung UG (haftungsbeschränkt) die Bezeichnung “GmbH, u. G.” verwendet hatte.Die Gegenpartei hatte wegen mangelhafter Ausführung der Arbeiten des Werklieferungsvertrages den Geschäftsführer direkt verklagt. Der BGH be-kräftigte das Bestehen einer persönlichen Haftung des Geschäftsführers, da die Bezeichnung „UG (haftungsbeschränkt)“ nicht korrekt verwendet worden sei. Auch die Bezugnahme auf die Haftungsbeschränkung der GmbH reichte nach Auffassung des BGH nicht aus, um der vollen persönlichen Haftung zu entgehen.

Deshalb  erscheint  größte  Vorsicht  geboten: Wenn  der  Handelnde  nicht  seine  Vetreterstellung und die genaue Gesellschaftsform offenlegt,  läuft  er  Gefahr,  in  eine  sog.  Rechtsscheinhaftung zu geraten, mit der Folge, dass er persönlich haftet.