Der Windenergie-Markt bleibt einer der dynamischten, internationalen Märkte: 94,4 Milliarden Dollar wurden 2016 weltweit in neue Anlagen investiert, die Mitspieler auf dem internationalen Windmarkt nehmen zu und die Konkurrenz im Markt für Wind-Service-Leistungen steigt an, so das Ergebnis einer Studie von Taylor Wessing in Kooperation mit dem Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan.

Markt für Windenergie wird immer globaler

Der Markt für Windenergie ist in den vergangenen Jahren immer globaler geworden. 2016 hat China Europa überholt und ist heute weltweit der größte, regionale Markt. Spielte Indien in der Studie von Taylor Wessing und Deloitte 2012 noch kaum eine Rolle im Bereich der Windenergie, wird das Land die Leistung an erzeugter Windenergie von 2015 auf 2020 voraussichtlich verdoppeln. Eine der größten Wachstumsprognosen liegt laut Studie für Latein Amerika sowie für die Türkei vor (rund 17 Prozent).

Konsolidierung im Wind-Service-Markt

Als Konsequenz aus dem Wachstum des Windenergie-Marktes wächst der Markt für die benötigten Serviceleistungen kontinuierlich mit. Die Studie prognostiziert ein Wachstum von neun Milliarden Dollar 2016 auf 25 Milliarden Dollar für 2025. Die Prognose von 2012, dass unabhängige Servicedienstleister (ISPs) aufgrund ihrer lokalen Marktkenntnis und leichten Erreichbarkeit weiter Boden gegenüber den Windenergieanlagen-Hersteller (OEMs) gutmachen, hat sich nicht bestätigt. Selbst im Marktsegment der Windparks, deren Erstgarantie ausgelaufen ist, konnten die OEMs ihren Marktanteil bisher verteidigen. Desweiteren kauften OEMs ISPs oder Komponentenhersteller dazu und verstärkten so ihre Marktpräsenz. Der Markt ist weiter in Bewegung. Bis 2025 wird, so die Studie, die installierte Windleistung außerhalb des Erstgarantievertrags auf 620 Gigawatt weltweit anwachsen. Gleichzeitig erhöht sich, insbesondere in Europa, der Druck auf die Betriebskosten durch die Umstellung auf Ausschreibungen. 78 Prozent der Befragten erwarten im Zuge dieser Entwicklungen eine weitere Marktkonsolidierung. Wie sich die Wind-Service-Anbieter diesem Umstand anpassen, zeigt die Studie (siehe Link unten).

Digitalisierung des Wind-Service-Marktes

Die Zukunft ist digital – das gilt auch für den Service- und Wartungsbereich der Windkraftanlagen. Die Umfrageergebnisse der Studie zeigen, dass 79 Prozent der Befragten in Europa (weltweit nur 42 Prozent) von einer verbesserten Überwachung der Anlagen durch neue technologische Lösungen in den nächsten Jahren ausgehen. Die Verwendung der Erzeugungsdaten zur Erhöhung der Betriebsleistung wird ebenfalls als vielversprechend betrachtet. Insgesamt steigen die Erwartungen an Servicedienstleisterunternehmen: 65 Prozent der Interviewteilnehmer stimmen der Aussage zu, dass „Service bei einer Investitions-Entscheidung zukünftig eine wichtigere Rolle spielen wird als die Anlage selbst”.

Die vollständigen Studienergebnisse finden sie hier.

Das Studiendesign

Das Forschungsprojekt basiert auf einem qualitativen Verfahren. Für die qualitative Untersuchung in Form von Experteninterviews wurde ein relevanter Personenkreis von 176 Experten (165 onshore, 11 offshore) aus dem Bereich Windenergie in Europa (101 Experten), Nord-Amerika (25 Experten), Latein-Amerika (25 Experten) und Asien (25 Experten) identifiziert. 62 Prozent der Befragten sind Führungskräfte mit Entscheidungsbefugnis.