Die amerikanischen Sammelklagen sind für Konzerne gefährlich. Anders als bislang in Deutschland haben Kunden in den USA die Möglichkeit, ihre Klagen zu bündeln. Der einzelne Verbraucher muss seine Betroffenheit dabei nicht individuell belegen, sondern nur die Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Geht der Fall aus Sicht der Verbraucher positiv aus, erhält jedes Gruppenmitglied Ansprüche gegen das beklagte Unternehmen. Dadurch soll dem Machtgefälle, das ansonsten zwischen einem Unternehmen und einem einzelnen Bürger bestünde, Rechnung getragen werden. „Das ist Krieg", sagt der deutsche Anwalt Andre Fiebig, der in Chicago auf der Seite von Unternehmen kämpft. „Die Anwälte dieser Sammelklagen haben einen enormen Anreiz, teure Vergleiche auszuhandeln weil das für sie extrem lukrativ ist."