Durch die viel diskutierte ,,Steuerrevolution" vom November 20171, die u.a. die bertragung der Sozialabgaben auf die Arbeitnehmer bewirkte, wurden bestimmte, im Vorfeld nicht bercksichtigte Beschftigungsverhltnisse benachteiligt. Dies betrifft z.B. Angestellte, die von der Lohnsteuer befreit sind, Teilzeitangestellte sowie Krankenurlaube ab dem 1. Januar 2018.

Zur ,,Sanierung" wurde jngst die DVO 3/2018 erlassen. Im Folgenden sollen die Regelungen fr Teilzeitangestellte und Krankenurlaube dargestellt werden (die Konsequenzen fr lohnsteuerbefreite Arbeitnehmer wurden bereits in einem vorherigen Artikel dargestellt).

Teilzeitangestellte

Seit der zweiten Jahreshlfte 2017 mussten fr Teilzeitangestellte, deren Gehalt unter dem landesweiten Mindestgehalt lag, dennoch die Sozialabgaben auf Basis dieses Mindestgehaltes (1.900 RON ab 2018) abgefhrt werden. Bis Dezember 2017 wurden diese erhhten Sozialabgaben durch den Arbeitgeber getragen, ab Januar 2018 jedoch fielen diese zu Lasten des Arbeitnehmers. Konkret konnte dies fr bestimmte Teilzeitangestellte durch die Sozialabgabenpflicht auf das Mindestgehalt sogar zu einem negativen Nettogehalt fhren.

Um derartige Situationen zu vermeiden, wurde das Steuergesetz durch erneute DVO2 dahingehend gendert, dass Teilzeitarbeitnehmer Renten- und Krankenversicherungsbeitrge auf Basis des tatschlich erhaltenen Gehalts schulden, die Differenz zu den Beitrgen auf Basis des Mindestgehalts jedoch vom Arbeitgeber getragen und fr den Arbeitnehmer entrichtet wird.

Wir stellen dies anhand des folgenden Beispiels fr einen Teilzeit-Angestellten mit einem tatschlich erhaltenen Gehalt von 500 RON und einer Arbeitszeit von 2 Stunden / Tag dar:

Ohne die Regelungen der DVO 3/2018 wren smtliche Sozialabgaben (475+190=665 RON) vom Arbeitnehmer zu tragen, und wrde somit in einem negativen Nettogehalt resultieren (165 RON).

Krankenurlaub

Die DVO 3/2018 beinhaltet des Weiteren Regelungen zur Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags im Falle von Krankengeld. Bis Jahresende 2017 betrug die Berechnungsgrundlage 35% des landesweiten Durchschnittsgehalts (3.131 RON im Jahr 2017), berechnet auf Basis der Anzahl der Krankenstandstage. Von diesem Wert wurden 10,5% als Rentenbeitrag fr den Krankenstand geschuldet.

Ab Januar 2018 erfolgt die Berechnung nicht mehr auf Basis von 35% des Durchschnittsgehalts, sondern aufgrund des tatschlich erhaltenen Krankengelds. Auf diese wird der seit 2018 erhhte Rentenbeitrag von 25% angewendet. Dies hatte fr die Arbeitnehmer eine Reduzierung des ausbezahlten Netto-Krankengelds zur Folge.

Zur Veranschaulichung dient folgendes Beispiel eines Angestellten mit einem Krankengeld von 1.500 RON:

In diesem Beispiel ergibt sich durch den um 260 RON erhhten Rentenbeitrag (ca. 17% des Krankengeldes) eine deutliche Verringerung des erhaltenen Krankengelds. Eine derartige Verringerung trifft auch Angestellte, die ab 2018 in Mutterschutz gehen.

Zur Korrektur dieser Auswirkungen hat die Regierung am 22. Februar 2018 eine weitere DVO3, erlassen, die eine Deckelung des Pensionsbeitrags auf 10,5% eines Basisbetrags von 35% von 3.131 RON, entsprechend der Anzahl der Krankenstandstage, vorsieht. Diese Deckelung soll fr einen Zeitraum von 6 Monaten und somit zwischen 01.01. und 30.06.2018 angewendet werden. Fr den Beispielfall bedeutet dies somit eine Rckkehr zur Situation von 2017, mit einem Rentenversicherungsbeitrag in Hhe von 115 RON.

Da diese DVO erst verffentlicht wurde, nachdem die Unternehmen den Monat Januar 2018 bereits abgeschlossen und die Erklrung 112 eingereicht hatten, enthlt auch diese DVO Manahmen zur Anpassung bzw. Korrektur hinsichtlich der Zahlungen und der Erklrungen fr den Januar.

Fazit

Die bertragung der Sozialabgaben vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer erfolgte ohne die exakte Analyse und Bercksichtigung aller in der Praxis vorkommenden Situationen. Die dadurch notwendigen Korrekturmanahmen wurden wiederum mit Versptung vorgenommen (Verffentlichung der DVO 3/2018 erst am 8. Februar 2018). Den administrativen Zusatzaufwand fr die notwendigen Korrekturen der benachteiligten Gruppen von Angestellten haben daher wie so oft die betroffenen Arbeitgeber zu tragen.