Die Steuerverwaltung Luzern hat als eine der ersten Verwaltungen zur Deklaration von Bitcoin und anderer Kryptowährungen Stellung genommen.

Im Merkblatt vom 15. November 2017 übernimmt die Verwaltung die Ansicht von MME, dass Nutzer von Bitcoins als sachenrechtliche Eigentümer zu qualifizieren sind. Daraus wird korrekt abgeleitet, dass Bitcoin & Co. der Vermögenssteuer unterliegen.

Der Kanton Luzern wünscht, dass die Kryptowährungen im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt werden. Gleiches will auch der Kanton Zug und zwar, weil das Wertschriftenverzeichnis getrennt von der übrigen Steuererklärung bearbeitet wird und das Know how in der entsprechenden Dienststelle konzentriert wird. Die Praxis der Kantone ist aber nicht einheitlich. So veranlagt zum Beispiel der Kanton Basel-Stadt Bitcoin-Vermögen entsprechend der sachenrechtlichen Qualifikation unter dem Titel "Bargeld, Edelmetalle und übrige Vermögenswerte" (Ziffer 835), was bei Token mit fehlendem Eigen- oder Fremdkapitalcharakter steuersystematisch der korrekte Ansatz ist.

Der Nachweis des Bestandes (Eigentumsnachweis) kann der Steuerpflichtige mit einem Ausdruck der Wallets erbringen.

Die Eidg. Steuerverwaltung ermittelt seit 2015 einen Durchschnittswert für Bitcoin und publiziert diesen in ihrer Kursliste. Der Kanton Luzern will diesen Kurs für die Bewertung der Jahresendbestände übernehmen, aber bei allen anderen Kryptowährungen (bei denen die ESTV keinen Kurs publiziert) auf den Anschaffungspreis abstellen. Ein Abschlag vom Anschaffungswert, u.a. wegen fehlendem Handel, sei möglich. Allerdings sind wir der Ansicht, dass dieser Abschlag auch für die Bewertung des Bitcoins gelten müsste, und zwar nicht wegen des fehlenden Handels, sondern um der ungewöhnlich hohen Volatilität Rechnung zu tragen.

Unbestritten ist, dass das Schürfen (Mining) steuerbares Einkommen darstellt. Das gilt u.E. unabhängig davon, ob der Steuerpflichtige selber Rechnerleistung zur Verfügung stellt oder ober er sich finanziell am Mining beteiligt. Kapitalgewinne auf Kryptowährungen sind dagegen nur steuerpflichtig, wenn diese im Geschäftsvermögen gehalten werden. Davon betroffen sind alle Privatpersonen, die als gewerbsmässige Händler qualifizieren. Ob jemand gewerbsmässig handelt, beurteilt sich gemäss dem Merkblatt der Luzerner Behörden nach den gleichen Kriterien, wie für die Wertschriftenhändler. Dieser Ansicht ist nicht durchwegs zuzustimmen. Aufgrund der nervösen Märkte, der vielen ICO’s und der Tatsache, dass Kryptowährungen (ungleich Aktien oder Obligationen) keine Gegenpartei und damit keine unterliegenden Werte haben, ist jeder Anleger gezwungen, sein privates Portfolio sehr aktiv zu bewirtschaften. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, betreffend Transaktionsvolumen und Anzahl Transaktionen die Kryptowährungen mit Aktien zu vergleichen.

Die Steuerverwaltung Luzern hat mit ihrem Merkblatt Stellung bezogen. Ihre Ausführungen gehen in die richtige Richtung und schaffen die längst gewünschte Klarheit, auch wenn sie in Teilen noch zu diskutieren sind.