Nach den aktuellen aktienrechtlichen Vorgaben wie auch den geltenden Kodexbestimmungen sind die Systeme der Vorstandsvergütung bei börsennotierten Gesellschaften (u.a.) auf eine nachhaltige Unternehmensführung auszurichten. Die Autoren gehen der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen die Aufnahme nicht-finanzieller Ziele in die Vergütungssysteme dazu beitragen kann, die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung zu fördern. Auf der Grundlage einer betriebswirtschaftlichen Konzeption der Nachhaltigkeit, die sich nicht nur auf die ökologischen Aspekte der Umwelt beschränkt, sondern die Belange aller Stakeholder einbezieht, wird zunächst herausgearbeitet, dass nicht-finanzielle Ziele als Bemessungskriterien variabler Vergütungskomponenten das Vorstandsverhalten auf eine langfristigere Perspektive ausrichten können. Dabei sei neben der Art der ausgewählten Zielsetzungen eine Reihe weiterer wichtiger Gestaltungsparameter der Vergütungsbemessung zu beachten, die z.B. die Gewichtung zwischen den nicht-finanziellen und den finanziellen Bemessungsgrößen, die Zahl der Ziele und die Messung der Zielerreichung beträfen. Ergänzt um die Detailregelungen zur Gewährung der Vergütungen ergäben sich – wie das Beispiel der Deutsche Börse AG veranschauliche – sehr komplexe Vergütungssysteme. Die Überwachung der Funktionsfähigkeit dieser Systeme gehöre zu den wichtigen Aufgaben des Aufsichtsrats, der gegebenenfalls auch Systemanpassungen an geänderte Situationen und Erfahrungen vorzunehmen habe. 

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