Die VO (EU) 83/2011 zu den Verbraucherrechten nimmt den Mitgliedstaaten nicht die Möglichkeit, den Verbraucherbegriff auch auf juristische Personen und natürliche Personen auszudehnen, die nicht unter die ausdrückliche, in der Verordnung enthaltene Definition (EG 13) fallen. In Italien (Art. 3 cod. cons.) und in Deutschland (§ 13 BGB) finden sich sehr präzise und enge Definitionen des Verbrauchers; die Rom-I-Verordnung bezieht sich ausschließlich auf natürliche Personen; in anderen Staaten hingegen existieren sehr viel weitere Definitionen (wie zum Beispiel in Österreich und Frankreich).

Was ist die Gefahr einer solchen (begrifflichen) Zersplitterung? Sie liegt darin, dass ein Rechtssubjekt, das von seinem nationalen Recht als Verbraucher angesehen wird, diese Qualifikation in der Rechtsordnung eines benachbarten Staates verlieren kann: mit der Folge, dass der grenzüberschreitende Rechtsverkehr innerhalb der Europäischen Union mit Unsicherheit behaftet ist. 

Dieser Meinungsstreit ist in Deutschland spürbar: man vergleiche etwa den Beitrag von Stefan Peintinger in der GPR 2013, 24 ff., in welchem er eine einheitliche Definition des “Verbrauchers” auf europäischer Ebene fordert.

nsame und bindende Definition des Verbraucherbegriffs  für die gesamte Europäische Union geben, die im Interesse  sowohl  der  Verbraucher  als  auch der Unternehmen liegt,  um eine  höhere Verlässlichkeit  der  Vertragsbeziehungen  sicherzustellen?