Die Patentämter haben eine Flut von Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) Patentanmeldungen erlebt. Große Unternehmen investieren in proprietäre Blockchain-Lösungen. Ein Wettlauf um Exklusivität!

Nach einer kürzlich von Thomson Reuters veröffentlichten Analyse kamen 225 der 406 im Jahr 2017 angemeldeten Blockchain-Patente aus China (55,4%). An zweiter Stelle lagen die USA mit 91 (22,4%) und Australien mit 13 (3,2%).

An vorderster Front stehen in den USA große Banken und Finanzinstitute. Mit 45 Anmeldungen ist die Bank of America derzeit der größte Inhaber von DTL-Patenten. Die nächsten Top-Halter von Blockchain-Patenten sind Mastercard, Fidelity Management and Research, IBM und Coinbase (gemäss Daten von Patexia). Die fünf führenden Inhaber von Bitcoin-Patenten sind Game Play Network, Bank of America, IBM, Elwha (eine Tochtergesellschaft von Intellectual Ventures) und United Parcel Service.

Aber auch die Internet-Giganten versuchen aufzuholen. Im Dezember 2017 meldete Apple ein Patent an, das eine Blockchain-Innovation beinhaltet. Im vergangenen Jahr erhielt Amazon ein Patent für einen Blockchain-basierten Streaming-Datenmarktplatz und kündigte die Einführung von Blockchain-Templates an, um die Einführung von Ethereum- und Hyperledger-basierten Netzwerken zu erleichtern. Außerdem hat Amazon drei kryptowährungsbezogene Domainnamen registriert. Google investiert in Startups wie Ripple und Storj. Und Gerüchten zufolge will Facebook seine eigene Kryptowährung einführen.

Was bedeutet das für die Kryptowelt? Die Blockchain-Technologie begann als Open-Source-Projekt für Start-ups. Jetzt versuchen die «Deep Pockets» Innovationen durch Patentanmeldungen zu monopolisieren. Und ohne Zweifel werden Patent-Trolle auftauchen und sich in der IP-Szene breit machen. Dies könnte sich negativ auf das Wachstum der Branche auswirken.