Eine vor kurzem ergangene Entscheidung des italienischen Kassationshofs (350/2013) hat den Wuchercharakter von Zinsen festgestellt, welche, obwohl sie nicht den gesetzlich festgelegten Zinssatz übersteigen „dennoch in Anbetracht der konkreten Umstände und des durchschnittlich üblichen Zinssatzes (...) unverhältnismäßig erscheinen“, wenn man die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers betrachtet. Die Klausel ist nichtig i. S. v. Art. 1815 Abs. 2 c.c. und demnach werden überhaupt keine Zinsen geschuldet (wie in dem Fall, dass die vereinbarten Zinsen – auch in Anbetracht des Betrags von Gegenwert und Verzugszinsen – über dem Schwellenzinssatz liegen).

In Erinnerung zu rufen ist auch, dass der Kassationshof in einer anderen Entscheidung  (23273/2010) es als zulässig erachtet hat, eine Klausel aus einem Kreditvertrag, in der ein unverhältnismäßiger Verzugszins vereinbart worden war, auf einen angemessenen Betrag zu reduzieren. Eine solche Reduzierung wurde ermöglicht, indem man von einer Angleichung der Klausel, in der man gewöhnlich den Betrag der Verzugszinsen zur Bezifferung der Schadensersatzes für Nichterfüllung von Geldschulden festlegt, zu einer Strafklausel überging.

Damit ist also die Reduzierbarkeit der Klausel, auch von Amts wegen, auf ein angemessenes Maß i. S. v. Art. 1384 c.c vorgegeben (Cass. 21297/2011).Diese beachtenswerte neue Rechtsprechung

ist insbesondere grenzüberschreitenden Investoren nahezulegen, welche einen Kredit in Italien aufnehmen oder gewähren.