Angesichts des Problems des Ausgleichs von Aktienwerten hat der deutsche Gesetzgeber 2003 das sogenannte „Spruchverfahrensgesetz“ eingeführt: In den Fällen der §§ 305, 320b des Aktiengesetzes ist vorgesehen, dass die Aktionäre eine gerichtliche Neubewertung des Liquidationswertes, der von der Hauptversammlung festgelegt wurde, verlangen können.

Die Inanspruchnahme dieses Instruments steht jedem ausscheidenden Gesellschafter innerhalb von drei Monaten nach Eintragung der Satzungsänderung ins Unternehmensregister zu.

Zugunsten des Gesellschafters wirkt sich auch aus, dass ein Verbot der reformatio in peius durch den mit einer solchen Neubewertung befassten Richter vorgesehen ist.

Die mögliche Neubewertung entfaltet im übrigen Wirkung gegenüber allen anderen ausscheidenden Gesellschaftern und nicht nur gegenüber denjenigen, die die gerichtliche Intervention verlangt haben.

Zu  beachten ist  ferner,  dass  das  „Spruchverfahren“  für  den  Gesellschafter  nicht  zu  Kosten  führt,  die  über  die  außergerichtlichen hinausgehen:  Dies  ist  zweifellos  ein  Anreiz für die  Inanspruchnahme  dieses  Rechtsinstituts.