Ein beliebtes Mittel um eine Akquisition (Share Deal) zu finanzieren, ist die Gründung einer neuen Gesellschaft und der anschliessende Kauf der Beteiligung durch diese neue Gesellschaft. Nimmt die Gesellschaft zum Kauf der Beteiligung Fremdkapital von Nahestehenden auf, ist die Problematik des verdeckten Eigenkapitals zu beachten.

Nach der in der Schweiz geltenden Praxis kann eine Beteiligung maximal bis zu 70% ihres Verkehrswertes fremdfinanziert werden. Abweichungen sind allenfalls möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass eine höhere Fremdfinanzierung dem Drittvergleich standhält.

Wird der Kauf einer Beteiligung zu mehr als 70% fremdfinanziert resp. kann der Drittvergleich einer höheren Fremdfinanzierungsquote nicht erbracht werden, wird die von Nahestehenden gewährte überschiessende Fremdfinanzierung als verdecktes Eigenkapital qualifiziert.

Die Qualifizierung als verdecktes Eigenkapital kann zu erheblichen Steuerfolgen führen. So werden die Zinsen auf dem verdeckten Eigenkapital bei der Gewinnsteuer nicht zum Abzug zugelassen und sie unterliegen der Verrechnungsteuer von 35% (resp. 53.8% bei einer Aufrechnung ins Hundert). Zudem wird verdecktes Eigenkapital zum steuerbaren Kapital gerechnet und unterliegt der kantonalen Kapitalsteuer.

Im Rahmen eines Asset Deals werden die Aktiven einer Gesellschaft und nicht die Aktien der Gesellschaft selber gekauft. Wie hoch die verschiedenen Aktivpositionen fremdfinanziert werden dürfen, ist in einem Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Sinne einer «Safe-Harbour-Regel» geregelt. Deshalb kann bei einem Asset Deal die Fremdfinanzierungsquote je nach Aktiven von den 70% abweichen, die bei einem Share Deal anwendbar sind.