Durch die Verordnungen über Europäische Risikokapitalfonds (EuVECA) (Nr. 345/2013) und Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) (Nr. 346/2013) wurden bereits 2013 zwei neue Arten von Investmentfonds geschaffen, die es für Anleger einfacher und attraktiver machen sollten, in nicht börsennotierte KMU zu investieren.

Das Plenum des EU-Parlaments hat nunmehr am 14.09.2017 die Überarbeitung der europäischen Risikokapitalfonds (EuVECA) und europäischen Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) im Rahmen der Trilogverhandlungen zwischen der EU-Kommission, dem Parlament und dem Rat abschließend gebilligt.

Der Billigung ging eine von der Kommission veröffentlichte Konsultation voraus mit dem Ziel, die Verordnungen EuVECA und EuSEF im Hinblick auf eine bessere Nutzung dieser Fonds im Rahmen des Aktionsplan-Pakets zu beurteilen. Es wurde allerdings bisher nur eine kleine Anzahl der als EuVECA und EuSEF gegründeten Fonds aufgelegt. Mit der Konsultation, deren Stellungnahmen hier einsehbar sind, sollte die Kapitalmarktunion (CMU), nämlich die Gewährung eines besseren Kapitalflusses von Investoren in die Realwirtschaft, weiter gefördert werden. Entsprechend war diese Konsultation auch ein Teil des Aktionsplan-Pakets.

Nach der Neuerung haben Fondsverwalter jeder Größenordnung Zugang zu EuVECA und EuSEF-Fonds, so dass mehr Unternehmen als bislang in den Genuss von EuVECA-Investitionen kommen.

Im Einzelnen beinhaltet die Neuerung im Wesentlichen folgende Änderungen:

  • Erweiterung des Kreises von Fondsverwaltern, die EuVECA- und EuSEF-Fonds verwalten und vertreiben dürfen, auch auf solche größeren Fondsverwalter, die Vermögen von über EUR 500 Mio. verwalten (hier lag bisher die betragsmäßige Grenze). Große Verwalter können Skaleneffekte erzielen und die Vorteile an Investoren weiterreichen;
  • Erweiterung der Möglichkeiten für EuVECA-Fonds für Investitionen in kleine Unternehmen mittlerer Kapitalisierung und KMU, die auf KMU-Wachstumsmärkten notiert sind. Damit soll erreicht werden, dass sich die Diversifizierungsmöglichkeiten, die EuVECA- und EuSEF-Fonds bieten, ausweiten und diese damit für Investoren attraktiver machen;
  • Verringerung der Kosten durch das Verbot der Erhebung von Gebühren durch zuständige Behörden von Aufnahmemitgliedstaaten, in denen keine Aufsichtstätigkeit stattfindet.
  • Insgesamt: Vereinfachung und Beschleunigung der Registrierungsverfahren sowie Festlegung des erforderlichen Mindestkapitals auf Europäischer Ebene.

Der Rat wird in den nächsten Wochen den entsprechenden Verordnungsvorschlag der Kommission formell billigen. Danach wird der finale Level-1-Text im EU-Amtsblatt veröffentlicht.