Die Pressemitteilung zum Prozess wegen Steuerhinterziehung gegen einen bekannten Weinhändler im Wallis löste Erinnerungen wach. Vor rund 20 Jahren – die MWST war gerade eingeführt worden – verbrachten wir unsere Skiferien in einem Walliser Bergdorf. Es war bitter kalt – 20° Celsius unter Null – und so schafften wir es nur immer ins gleiche – nahegelegene Restaurant. Das Essen war gut und auch der Walliser Rotwein passte hervorragend. Erstaunlich war nur, dass der Preis des Rotweins auch nach dem dritten Besuch von Hand auf die Rechnung geschrieben war. Neugierig geworden habe ich den Wirt darauf angesprochen. Ohne zu zögern hat er zu lamentieren begonnen und sich über die hohen Steuern beschwert. Ein Überleben sei ohne diese “Vergesslichkeit” gar nicht möglich. Zum Glück hatte er damals nur einen Steuerberater und nicht einen Steuerkommissär von Bern als Gast.

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aus: http://puuchica.net/MeinWeb/JesusHypnotiseurWasserinWein.htm

Ob dem Weinhändler auch seine Redseligkeit zum Verhängnis wurde, weiss ich nicht. Der Fall zeigt aber interessante Aspekte zum Steuerstrafrecht, die ich in einem der nächsten Blogs thematisieren werde. Immerhin hat der Weinhändler CHF 5,8 Mio Umsatz nicht versteuert und musste gemäss Pressemitteilung CHF 300’000 MWST nachbezahlen. Dabei kann der unterschlagene Umsatz aber nicht nur aus Wein bestanden haben, sonst hätte die MWST-Nachzahlung ja über CHF 400’000 betragen. Aber diese Ungereimtheit ist bei einem Weinhändler, der im Verdacht stand, Fendant als St. Saphorin zu verkaufen, auch nicht weiter erstaunlich.