Wenn nicht alle Grundleistungen einer Leistungsphase übertragen werden, darf für die übertragenen Leistungen nur ein Honorar berechnet werden, das dem Anteil der übertragenen Leistungen der gesamten Leistungsphase entspricht. Betrifft  die  Beauftragung  nur Teile eines Objektes und wird hinsichtlich dieser Teile lediglich eine Leistungsphase beauftragt, die zudem nicht vollständig zu erbringen ist, berechnet sich das Honorar nach den anrechenbaren Kosten des Teilobjektes. Der  Architekt  kann  außerdem  nur  das  Honorar der Leistungsphase geltend machen, das der beauftragten Teilleistung der Leistungsphase entspricht, so das OLG Koblenz, Urteil vom 30.03.2012 – 10 O 523/11; BGH, Beschluss vom 10.09.2015 – VII ZR 129/12 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen).

Der Auftraggeber plante den Aus- und Neubau eines Flughafens. Auftragnehmerin war eine im Bereich der Planung und Ausführung von Verkehrsanlagen tätige Ingenieurgesellschaft. Sie wurde vom Auftraggeber bezüglich der Wasserversorgungsanlage, der Flugbetriebsflächen sowie der Treibstoffversorgungsanlage mit Teilleistungen beauftragt. Die Parteien stritten über die Höhe des Honorars. Die Auftragnehmerin machte einen Restwerklohnan- spruch mit der Begründung geltend, es sei von höheren anrechenbaren Kosten auszugehen. Maßgeblich seien nicht die anrechenbaren Kosten der drei Teilobjekte, sondern des gesamten Flughafens. Außerdem wurden für die Teilleistungen höhere abrechnungsfähige Prozentsätze geltend gemacht als vom Auftraggeber anerkannt.

Die Auftragnehmerin hat mit ihrer Berufung keinen Erfolg. Das Oberlandesgericht Koblenz weist die Berufung zurück und bestätigt, dass die Klägerin nicht mit allen Planungsleistungen bezüglich des gesamten Flugplatzes beauftragt gewesen sei, sondern nur bezüglich bestimmter Teilobjekte. Hinsichtlich der anrechenbaren Kosten seien daher nur die Kosten für die beauftragten Teilobjekte, der Wasserversorgungsanlage, der Flugbetriebsflächen und der Treibstoffversorgungsanlage in Ansatz zu bringen gewesen. Außerdem seien nicht alle Grundleistungen der Leistungsphase übertragen worden, so dass sich das Honorar nur aus der beauftragten Teilleistung der Leistungsphase errechne.