Das Bundeskartellamt hat zum Abschluss des Kartellverfahrens gegen Matratzenhersteller eine Geldbuße in Höhe von EUR 15,5 Mio. gegen die Tempur Deutschland GmbH („Tempur“) verhängt. Nach seiner Pressemitteilung vom 22. Oktober 2015 sah das Amt das zu sanktionierende Verhalten in einer vertikalen Preisbindung der Einzelhändler beim Vertrieb ihrer Produkte. Verbotene horizontale Verhaltensweisen seien in dem durch Beschwerden angestoßenen Verfahren nicht aufgedeckt worden. Nach den Ermittlungen des Bundeskartellamts hat Tempur von August 2005 bis Juli 2011 mit ihren Händlern vereinbart, verschiedene Matratzen sowohl im Online-Handel als auch im stationären Handel grundsätzlich nur zu den Preisempfehlungen der Tempur anzubieten. Die meisten Händler hätten sich hieran gehalten. Sie hätten befürchtet, ansonsten mit negativen Folgen rechnen zu müssen. Bei der Nichtbefolgung bestimmter Vorgaben des Herstellers Tempur habe dieser beispielsweise die Belieferung der Kunden teilweise erheblich verzögert, ganz eingestellt oder die Erlaubnis zur Nutzung des Markennamens für Online-Werbung bei der Google-Suche entzogen. Zuvor waren im August 2014 bzw. im Februar 2015 bereits wegen vertikaler Preisbindung Bußgelder gegen die Recticel Schlafkomfort GmbH (s. Newsletter 4/2014) und die Metzeler Schaum GmbH verhängt worden.