Der gute alte Ferienjob hat noch lange nicht ausgedient. Die Sommerferien eröffnen Unternehmen wie Schülern Beschäftigungsmöglichkeiten, wie die wachsende Zahl der Internetportale, auf denen sich Arbeitgeber und Ferienjobber zusammenfinden können, zeigt. Aber Vorsicht: Auch Ferienjobs unterliegen strengen arbeitsrechtlichen Vorgaben.

Jugendarbeitsschutzgesetz

Vorsicht ist geboten, wenn der arbeitswillige Schüler noch nicht volljährig ist, also das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die Beschäftigung von Minderjährigen, ist zwar nicht verboten, unterliegt nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz aber rechtlichen Besonderheiten. Diese Beschränkungen und Verbote gelten nicht nur für Arbeitsverhältnisse, sondern auch für sonstige Dienstverhältnisse, wie beispielsweise freie Mitarbeit.

Die Beschäftigung von Kindern, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist grundsätzlich verboten. Ausnahmsweise mit Einwilligung der Sorgeberechtigten, können Kinder ab dem 13. Lebensjahr für leichte Arbeiten und bis maximal 2 Stunden täglich arbeiten.

Ab Vollendung des 15. Lebensjahres beträgt die zulässige Höchstarbeitsdauer 8 Stunden täglich. Zudem dürfen Jugendliche grundsätzlich auch nicht an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Hat der Schüler gleich mehrere Ferienjobs parallel sind die Arbeitszeiten zusammenzurechnen. Hier sollte man daher entsprechend nachfragen.

Auch bezüglich der Ruhepausen und der Lage der Arbeitszeit gelten für Minderjährige strenge Vorgaben, die über den Arbeitsschutz für Volljährige hinausgehen.

Verträge mit Minderjährigen, Ermächtigung durch die Sorgeberechtigten

Ein Minderjähriger, der älter als 14 Jahre ist, ist – wie es im Juristendeutsch so schön heißt – »beschränkt geschäftsfähig« und kann mit Einwilligung der Sorgeberechtigten einen Arbeitsvertrag schließen. Zwar ist die Erteilung der Einwilligung formlos möglich, dem Arbeitgeber ist allerdings dringend anzuraten, die Einwilligung der Sorgeberechtigten schriftlich – am besten auf dem Arbeitsvertrag – einzuholen.

Ist die Einwilligung der Sorgeberechtigten einmal erteilt, darf der Minderjährige im Rahmen dieser Ermächtigung alle Rechtsgeschäfte selbst vornehmen, z.B. Urlaub beantragen oder das Arbeitsverhältnis selbst kündigen. Der Arbeitgeber muss allerdings wissen, dass die Sorgeberechtigten die Ermächtigung jederzeit und formlos widerrufen können. Wird das Arbeitsverhältnis trotz Widerrufs der Ermächtigung fortgesetzt, ist es als sogenanntes faktisches Arbeitsverhältnis zu betrachten, das der Schüler jederzeit mit sofortiger Wirkung beenden kann.

Barauszahlung des Lohns problematisch

Aber Achtung: Die Verfügung über den Lohn, den der Minderjährige verdient hat, ist von der Ermächtigung der Sorgeberechtigten zur Eingehung eines Arbeitsverhältnisses nicht gedeckt. Hierfür ist eine gesonderte Ermächtigung erforderlich. Arbeitgeber von Ferienjobs, in denen die Vergütung in bar ausgezahlt wird, sollten sich diese Ermächtigung zur Barauszahlung an den Minderjährigen schriftlich einholen.

Arbeitgeberseitige Kündigung nur gegenüber den Sorgeberechtigten

Möchte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Minderjährigen kündigen, so muss er die Kündigung an die Sorgeberechtigten richten. Eine Kündigung gegenüber dem Minderjährigen wäre unwirksam. Es ist daher wichtig, sich die Kontaktdaten der Sorgeberechtigten schon im Arbeitsvertrag zu vermerken.

Ein Ferienjob ist ein Arbeitsverhältnis

Ferienjobs werden häufig von Arbeitgebern nicht richtig ernst genommen. Es gibt Unternehmer, die Ferienjobs auch aus altruistischen Motiven anbieten. Allerdings sind auch bei Ferienjobs die sozialversicherungsrechtlichen, steuerrechtlichen und arbeitsrechtlichen Vorschriften anwendbar. Die Ferienjobber sind entsprechend zur Sozialversicherung anzumelden und Steuern abzuführen; sie unterliegen auch der gesetzlichen Unfallversicherung.

Der Ferienjobber hat also wie andere Arbeitnehmer auch Anspruch auf Urlaub. Dauert der Ferienjob länger als vier Wochen, besteht auch ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Nach Beendigung des Ferienjobs hat der Ferienjobber auch einen Anspruch auf ein Zeugnis. Bei tarifgebundenen Arbeitgebern ist zudem zu prüfen, ob ein Ferienjob tariflichen Regelungen unterliegt, z.B. mit Blick auf Vergütung, Arbeitszeiten etc.

Mindestlohngesetz ist auf Schüler nicht anwendbar

Der Arbeitgeber muss dem Ferienjobber allerdings keinen Mindestlohn nach dem Mindestlohngesetz bezahlen, sofern der Jugendliche noch keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, was bei Schülern ja regelmäßig der Fall ist. Die Vergütung für einen Ferienjob darf also durchaus unter 8,84 Euro brutto pro Stunde liegen.

Checkliste für die Beschäftigung von Ferienjobbern:

  • Der Arbeitgeber sollte sich den Ausweis des Ferienjobbers vorlegen lassen, um festzustellen, ob der Ferienjobber bereits volljährig, oder noch minderjährig ist.
  • Arbeitsverträge mit Minderjährigen sollte der Arbeitgeber schriftlich abschließen
  • Vor Beschäftigungsbeginn sollte die schriftliche Einwilligung der Sorgeberechtigten zum Ferienjob, aber auch zur Auszahlung des Lohns an den Minderjährigen vorliegen
  • Der Arbeitgeber sollte den Mitarbeiter befragen, ob er mehrere Ferienjobs parallel hat, um die Arbeitszeithöchstgrenzen und ggf. auch die sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben für Minijobs einhalten zu können.
  • Anweisung der Vorgesetzten des Ferienjobbers, die Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes einzuhalten, insbesondere hinsichtlich Arbeitszeit, Pausen, Inhalt der Tätigkeiten.

In diesem Sinne: Schöne Ferien