Einer Pressemitteilung der GEMA zufolge hat diese vor dem LG München I einen urheberrechtlichen Schadensersatzanspruch gegen den Sharehoster „Uploaded“ durchgesetzt (Urt. vom 10.08.2016, Az. 21 O 6197/14). Sharehoster wie „Uploaded“ stellen Kunden Speicherplatz für das Hochladen von Dateien zur Verfügung. Das LG München I habe nun entschieden, dass Onlinedienste, deren Geschäftsmodelle auf der massenhaften Verletzung von Urheberrechten basieren, schadensersatzpflichtig sein können, weil diese Onlinedienste Links zu hochgeladenen Dateien generieren, die dann als öffentlich zugängliche Linksammlungen verbreitet werden. Das Landgericht München habe dies als einen Dienst angesehen, der eine spezifische Gefahrenquelle für Urheberrechtsverletzungen bilde. „Uploaded“ sei demnach als „Gehilfe“ der illegalen Zugänglichmachung von urheberrechtlich geschützten Inhalten in die Pflicht zu nehmen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Praxistipp: Verschuldensunabhängige Unterlassungsansprüche gegenüber Sharehostern waren in der Vergangenheit bereits Gegenstand gerichtlicher Entscheidungen. Falls die jüngste Münchener Entscheidung Schule macht und Gerichte künftig auch vom Verschulden ausgehen und Schadensersatz zusprechen, wird das Geschäftsmodell der Sharehoster rechtlich immer herausfordernder.