Mit Urteil vom 23.12.2015 untersagte das Landgericht Nürnberg-Fürth einer Münchner Filmproduktionsfirma die Verwendung der Filmtitel „Winnetou und Old Shatterhand“, „“Winnetou und der Schatz im Silbersee““ und „“Winnetous Tod“.“  

Laut Urteil des Gerichts handele es sich bei den Titeln der vom Karl-May-Verlag herausgegebenen Bücher zwar um gemeinfreie Werke, also Werke, die nach Ablauf der Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Im vorliegenden Fall wichen die Drehbücher der zu veröffentlichenden Filme nach Einschätzung des Gerichts aber stark von den gemeinfreien Werken ab, sodass sich der Verlag auf seine Titelrechte berufen könne.   

Praxistipp: Auch nach diesem Urteil bleibt es also dabei, dass Verfilmungen von gemeinfreien Werken der Literatur unter dem Originaltitel veröffentlicht werden können, soweit sie sich an das Original halten. Auch kann die Filmproduktionsfirma nicht daran gehindert werden, einen abweichenden Titel zu wählen, in dem die Figuren Winnetous und Old Shatterhands zwar genannt werden, der aber so weit von den Originaltiteln abweicht, dass Verwechslungen mit den Titeln des Verlags ausgeschlossen sind. In einem Urteil vom 23.01.2003 hielt der Bundesgerichtshof beispielsweise die Abweichung zwischen den Titeln „Winnetou I“, „Winnetou II“, „Winnetou III“ des Karl-May-Verlags und „Winnetous Rückkehr“ für eine Verfilmung für ausreichend. Die Titel gemeinfreier Werke dürfen aber nicht für Verfilmungen verwendet werden, die sich nicht an das Original halten.