Ein Anspruch auf Minderung des Architektenhonorars wegen fehlendem Bautagebuch besteht nur dann, wenn das Führen eines Bautagebuchs vertraglich vereinbart war, so das OLG Hamm, Urteil vom 20.09.2013 – 12 U 103/12, BGH, Beschluss vom 13.08.2015 – VII ZR 290/13 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen).

Der Auftraggeber beauftragte den Architekten mit der Planung und Überwachung der Errichtung von diversen Gebäuden auf jeweils unterschiedlichen Grundstücken. Ein schriftlicher Architektenvertrag wurde nicht geschlossen. Der Architekt machte ein restliches Honorar in Höhe von 450.000,00 EUR nebst Zinsen geltend. Der Auftraggeber rechnete mit einem Anspruch auf Schadensersatz aus verschiedenen behaupteten Überwachungsfehlern des Architekten in Höhe von rund 300.000,00 EUR auf. Außerdem machte er Minderung des Honorars um 0,7 % geltend mit der Begründung, der Architekt habe kein Bautagebuch geführt. Das Landgericht gab der Klage weitestgehend statt.

Das OLG Hamm hat die Berufung des Auftraggebers zurückgewiesen. Das Nichtführen eines Bautagebuchs stelle nur dann einen zur Minderung berechtigenden Mangel des Architektenwerks dar, wenn das Führen eines Bautagebuchs vertraglich vereinbart gewesen sei. Denn nur dann sei beim Nichtführen eines Tagebuchs von einem Mangel des Architektenwerks auszugehen, der zu einer Minderung des Gesamthonoraranspruchs führte. Trotz entsprechendem Hinweis des Gerichts hat der Auftraggeber nichts zu einer derartigen Vereinbarung  vorgetragen.