Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für die Änderung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste 2010/13/EU (abgekürzt: AVMD-Rl) veröffentlicht. Anlass für ein Update sieht die Kommission im veränderten Konsumentenverhalten, das sich vermehrt zu Video-On-Demand bzw. On-Demand-Streaming Diensten verschoben hat. 

Punktuell sind folgende Veränderungen hervorzuheben:

  1. Videoplattformen tragen eine Verantwortung gegenüber Minderjährigen. Daher sind diese vor schädlichen Inhalten (z.B. Pornografie oder Gewalt) zu schützen. Angedacht sind insbesondere wirksame Anzeigemechanismen und Altersüberprüfungssysteme. Anstelle der Selbstregulierung soll die Kontrolle den nationalen Regulierungsstellen übertragen werden.
  2. Die nationalen Regulierungsstellen sollen eine von den jeweiligen Regierungen unabhängige Position erlangen. 
  3.  Zur Stärkung der europäischen Kreativität sollen Anbieter von Abrufdiensten dazu verpflichtet werden, in ihren Katalogen einen Mindestanteil europäischer Inhalte von 20 % anzubieten.
  4. Den Fernsehveranstaltern wird mehr Flexibilität im Hinblick auf die Schaltung von Werbung eingeräumt. Nach wie vor dürfen maximal 20% zwischen 7 und 23 Uhr hierfür an Sendezeit verwendet werden. Bis jetzt waren hierfür maximal 12 Minuten pro Stunde reserviert. Diese Regelung soll aufgehoben werden. Den Fernsehveranstaltern soll es nun unter Beachtung der Obergrenze möglich sein, die Dauer der Werbeblöcke freier zu bestimmen. Ferner sollen die Regelungen zur Produktplatzierung und Sponsoring gelockert werden. 
  5. Der Entwurf ist für die Fernsehveranstalter ein Schritt hin zur Lockerung der strengen Vorgaben in der bisherigen Richtlinie. Anbieter von Abrufdiensten werden hingegen durch das Erfordernis eines Mindestanteils von 20% für europäische Produktionen vor neue Herausforderungen gestellt, von denen europäische Produzenten wiederum profitieren könnten.