Ab 1. Januar 2016 werden steuerliche Abzüge für autofahrende Pendler massiv eingeschränkt. Mit höheren Einkommenssteuern haben auch Arbeitnehmer, denen ein Geschäftswagen zur Verfügung gestellt wird und den sie auch privat nutzen können, zu rechnen. Sie haben einen höheren Privatanteil zu versteuern. Die Arbeitgeber trifft die Pflicht, den Privatanteil richtig zu ermitteln und im Lohnausweis auszuweisen, damit es zu keinen weiteren Aufrechnungen kommen kann.

Das Schweizer Volk hat im 2014 deutlich die Vorlage zur "Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur" (FABI) angenommen. Mit der Schaffung eines Bahninfrastrukturfonds (BIF) soll der Betrieb, der Unterhalt und der künftige Ausbau finanziert werden. Die Gelder des BIF stammen aus der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA), aus Anteilen der Mehrwertsteuer und aus der Mineralölsteuer. Schliesslich erfolgt die Alimentierung dieses Fonds durch allgemeine Bundesmittel, weshalb es höherer Steuereinnahmen bedarf. Als Folge davon werden ab dem 1. Januar 2016 die steuerlichen Abzüge für das Pendeln deutlich reduziert. Was heisst dies konkret?

Steuererhöhung für autofahrende Pendler

Auf Ebene der direkten Bundessteuern bestimmt die Berufskostenverordnung, dass für die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte maximal 3'000 Franken pro Jahr steuerlich in Abzug gebracht werden können. Auf Ebene der Kantone werden unterschiedliche Pendlerabzüge gewährt. Im Kanton Zürich beträgt der maximale Abzug für die Benutzung des privaten Autos 3'200 Franken. Bisher war dieser Abzug sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene unbeschränkt.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer, der täglich von Zürich nach Zug (35 km pro Weg) pendelt, konnte bislang pro gefahrenen Kilometer 0.70 Franken und damit pro Jahr (240 Arbeitstage) 11'760 Franken steuerlich in Abzug bringen. Neu ist dieser Abzug beschränkt. Ausgehend von einer Einkommenssteuerbelastung von 25% führt dies zu einer über 2'100 Franken höheren Steuerrechnung.

Geschäftsfahrzeuge bei unselbständig Erwerbenden

Unselbständig Erwerbende, denen ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt wird, das sie auch privat nutzen dürfen, haben für die private Nutzung einen Privatanteil als Einkommen zu versteuern. Dieser beträgt 9.6% des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer) pro Jahr, mindestens aber 1'800 Franken. Den Privatanteil hat der Arbeitgeber im Lohnausweis zu deklarieren. Dieser Privatanteil ist nach Auffassung der Eidgenössischen Steuerverwaltung und der Schweizerischen Steuerkonferenz zu erhöhen, wenn der Arbeitsweg einen materiellen Gegenwert von mehr als 3'000 Franken pro Jahr übersteigt.

Beispiel:

Dem Arbeitnehmer, der täglich mit dem Geschäftsfahrzeug (Kaufpreis 80'000 Franken) von Zürich nach Zug (35 km pro Weg) pendelt, wurde bislang ein der Einkommenssteuer unterliegender Privatanteil von 7'680 Franken aufgerechnet. Hinzu kommt neu eine Aufrechnung von 8'760 Franken (11'760 Franken abzüglich FABI-Pauschale von 3'000 Franken). Ausgehend von einer Einkommenssteuerbelastung von 25% führt dies zu einer über 2'100 Franken höheren Steuerrechnung.

Geschäftsfahrzeuge von Aussendienstmitarbeitern

Besitzt ein im Aussendienst tätiger Arbeitnehmer einen Geschäftswagen, den er auch privat nutzen kann, ist ihm ein Privatanteil von 9.6% des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer) pro Jahr, mindestens aber 1'800 Franken aufzurechnen. Der Arbeitgeber muss zusätzlich im Lohnausweis unter Ziffer 15 den prozentmässigen Anteil im Aussendienst bescheinigen. Fehlt diese Bescheinigung oder ist diese nicht korrekt, läuft der Mitarbeiter Gefahr, dass ihm ein Privatanteil für den Arbeitsweg aufgerechnet wird, obwohl er diesen gar nicht hatte (vgl. Randziffer 70 der Wegleitung der ESTV zum Lohnausweis). Deshalb ist es wichtig, dass das Unternehmen über die Aussendiensteinsätze akribisch Buch führt und den Lohnausweis korrekt erstellt.