Beratung der öffentlichen Hand im Rahmen der Vergabe für das Autobahnprojekt A7 in Schleswig-Holstein und Hamburg. Dabei handelt es sich deutschlandweit um das bisher größte Autobahn-Infrastruktur-Projekt zwischen privater und öffentlicher Hand sowie das zweite ÖPP-Projekt als „Verfügbarkeitsmodell“.

Hochkomplexes Verfahren

Mit einem standortübergreifenden Team von ÖPP-Experten begleiteten wir für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) das gesamte Vergabeverfahren vom Start im Jahr 2011 bis zum erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsverträge im Sommer 2014. Neben der Ausgestaltung der Vergabeunterlagen umfasste unsere Beratung ferner den Entwurf und die Verhandlung des Projektvertrags sowie weitere umfassende rechtliche Beratung des öffentlichen Auftraggebers. Wir agierten dabei als Mitglied eines Beraterkonsortiums bestehend aus Schüssler-Plan Ingenieurgesellschaft, Investitionsbank Schleswig-Holstein und Alfen Consult. Mit diesen Partnern hatten wir bereits sechs ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbau erfolgreich begleitet.

Innovative Gestaltung und erstmalig angewandte Finanzierungstools

Bei dem Ausbau der A7 zwischen Neumünster und Hamburg handelt es sich deutschlandweit um das zweite ÖPP-Projekt als „Verfügbarkeitsmodell“, d. h. die Vergütung orientiert sich an der möglichst uneingeschränkten Nutzbarkeit der Strecke. Dabei übernimmt der private Partner neben dem sechs- bzw. achtstreifigen Ausbau eines 65 Kilometer langen Abschnitts der A7 für 30 Jahre den Betrieb und die Erhaltung auf einem 59 Kilometer langen Abschnitt. Die Bauarbeiten, die auch die Herstellung eines Lärmschutztunnels im Bereich Schnelsen umfassen, werden dabei unter Aufrechterhaltung des Verkehrs auf einer der verkehrsreichsten Strecken in Deutschland erfolgen. Vertragspartner der öffentlichen Hand ist ein Konsortium bestehend aus den Unternehmen HOCHTIEF PPP Solutions, DIF Infra und KEMNA BAU. Erstmals kommt im Rahmen der Finanzierung eines solchen Projekts eine Projektanleihe sowie ein Instrument der Bonitätsverbesserung der Europäischen Investitionsbank (PBCE) zum Einsatz.

Bisher größtes Transaktionsvolumen

Der Ausbau der A7 ist mit einem Finanzierungsvolumen von über € 600 Millionen das bisher größte Straßenbau-Projekt in Deutschland, das in Partnerschaft von privater und öffentlicher Hand durchgeführt und finanziert wird.

Anerkannte Expertise

Unser ÖPP-Team, das sich aus Transaktions- und Vergaberechtsexperten zusammensetzt, war in der Vergangenheit bei nahezu allen großen Autobahnprojekten auf dem deutschen Markt als Berater beteiligt. So hatten wir nach der Entwicklung des mittlerweile als Standard etablierten ÖPP-Vergabeverfahrens beispielsweise bereits die Vergabeverfahren der ersten beiden ÖPP-Pilotprojekte im Straßenbau (A8 München-Augsburg und A4 in Thüringen) 2007 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Im Sommer 2008 folgte dann das bis dahin größte ÖPP-Straßenbauprojekt, der Ausbau der A1 Hamburg-Bremen. 2009 wurde das Autobahnprojekt A5 Malsch-Offenburg abgeschlossen, gefolgt von dem Projekt A8 Augsburg-Ulm (2010) sowie dem Verfügbarkeitsmodell A9 Anschlussstelle Lederhose-Landesgrenze Thüringen/Bayern A9 (2011).