Das sog. Gesetzesdekret “Sblocca Italia” (d.l. 133/2014, später umgewandelt in l. 164/2014) hat ein neues Instrument eingeführt, welches seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten hat und sich bereits einen Weg in die Geschäftspraxis vieler Länder gebahnt hat. Ziel des Condhotels ist es, das Tourismusangebot aufzuteilen, um dadurch eine Aufwertung der bereits bestehenden Hotelbetriebe zu begünstigen: eben das Institut der Condhotels.

Art.31 des obengenannten Dekrets sieht die Möglichkeit vor, im Bereich von “Hotelbetrieben, die öffentlich sind, unter einheitlicher Leitung stehen, aus einer oder mehreren sich in der selben Gemeinde befindenden Immobilien bestehen, Unterkunft, sowie zusätzliche Dienste und Verpflegung in aufnahmefähigen Zimmern anbieten”, eine oder mehrere “Wohnungseinheiten zu Wohnzwecken hinzuzufügen”. Dabei muss es sich um Wohnungseinheiten handeln, welche “mit eigener Kücheneinrichtung ausgestattet sind, und deren Wohnfläche nicht mehr als 40% der gesamten Hotelstruktur ausmachen darf”. Es handelt sich hier grundsätzlich um die Möglichkeit für Privatpersonen das Alleineigentum einzelner Immobilien eines Hotelkomplexes zu erwerben, diese für eigene Zwecke zu benutzen, sowie die in dem Hotelkomplex angebotenen Dienste in Anspruch zu nehmen. An diesen Kaufvertrag knüpft sich ein Verwaltungsmandat, welches dem Hotelleiter das Recht vorbehält, die betroffene Wohneinheit in Abwesenheit des Eigentümers zu vermieten und mit diesem die daraus hervorgehenden Gewinne tu teilen.

Mit Hilfe dieses Instrumentes kann eine Privatperson den Unannehmlichkeiten, die mit dem Erwerb und der Verwaltung eines Zweithauses verbunden sind, entgehen, jedoch während seines Aufenthalts den vollen Zugang zu allen der vom Hotel angebotenen Dienste genießen und zudem auch noch einen Profit aus den Perioden seiner Abwesenheit schlagen.

Vorteile ergeben sich ebenfalls für den Hotelbesitzer, der durch den Verkauf von 40 % der gesamten Wohnfläche der Immobilie nicht nur einen teilweisen Wiedereintritt seiner ursprünglichen Investition erfährt, sondern gleichzeitig auch einer geringeren Finanzlast entgegensteht.

Der Name des Instituts bezieht sich - nicht durch reinen Zufall - auf das Wohnungseigentum, dessen Disziplin, in den Augen des Kassationsgerichtshof, in Bezug auf die gemeinschaftlichen Teile anwendbar ist. Laut dem Kassationsgerichtshof, entsteht dieses Wohnungseigentum ipso iure (und das trotz hotelfachlicher Nutzung des Immobilienkomplexes) in dem Moment, in dem verschiedene Personen Alleineigentumsanteile an einer Immobilie besitzen, dessen Sachen, Dienste und Einrichtungen der gemeinsamen Nutzung dienen. Dies hat in erster Hinsicht die Bildung einer Mieteigentümerversammlung zur Folge.

Die Einführung des Condhotels stellt eine neue Herausforderung dar. Es gilt Bedürfnisse beider Seiten - sei es der Privaten als auch der Hotelleiter - zu vereinbaren, und dadurch nicht nur den Immobilienmarkt, sondern vielmehr die gesamte Wirtschaft unseres Landes wieder auf Kurs zu bringen.