Am 26. Juni 2013 übermittelte die Europäische Kommission dem Europäischen Rat ihren Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische langfristige Investmentfonds („ELTIFs“). Die Verordnung stellt einen neuer Rahmen für Investmentfonds dar, der es Anlegern erleichtern soll, langfristig in Unternehmen und Projekte zu investieren. Mit Hilfe der privaten ELTIFs wird ausschließlich in Unternehmen investiert, die Mittel über einen längeren Zeitraum hinweg benötigen. 

Am 26. November 2014 erzielte die Kommission gemeinsam mit dem Europäischen Rat und Parlament eine Einigung über ein Investitionsprogramm für Europa einschließlich der Einführung der ELTIFs. 

Um als ELTIF qualifiziert zu werden, muss ein Fond 70% seines Kapitals in nicht börsennotierte KMU, die auf langfristiges Kapital angewiesen sind und im Bereich Infrastruktur, Immobilien oder geistiges Eigentum tätig sind, und in börsennotierte KMU mit einer Börsenkapitalisierung von weniger als 500 Millionen Euro investieren. Geschäfte mit anderen Vermögenswerten als langfristigen Investitionen werden nur bis maximal 30% seines Kapitals zulässig sein. Schließlich wird der Einsatz von Derivaten nur zulässig sein, um Währungsrisiken zu beschränken. 

Fonds, die als ELTIF betrachtet werden wollen, müssen mehrere weitere Anforderungen gemäß der neuen Verordnung erfüllen. Ein ELTIF wird stets als einer von einem AIFM verwalteten EU AIF betrachtet werden.

Ihren Eigenschaften entsprechend sollten ELTIFs hauptsächlich institutionelle Anleger ansprechen, selbst wenn sie an „semi-professionelle Anleger“ und Privatanleger mit einem Portfolio von mindestens 100.000 Euro vertrieben werden können, sofern diese nicht mehr als 10% in ELTIFs investieren.

Die neue Verordnung wird 6 Monaten nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten, was voraussichtlich Anfang 2015 erfolgen wird.