Vietnam unterzieht sich fundamentalen Veränderungen um ein attraktives und wettbewerbsfähiges Fundament in Vorbereitung auf die kommende ASEAN Wirtschaftgemeinschaft (AEC) zu bilden, welches die EU-Vietnam FTA und die Transpazifische Partnerschaftsvereinbarung (TPP) beinhaltet.

Seit Juli 2015 traten eine Vielzahl von neuen Gesetzen in Kraft die Auslandsinvestitionen, Unternehmen, Grundbesitz und Eigentumsbeschränkungen von Ausländern regulieren.

Beispielsweise das neue Gesetz zu Investitionen und das neue Gesetz zu Unternehmen:

  1. definiert auslandsfinanzierte Unternehmen
  2. Erleichtert M&A Tätigkeiten
  3. Reduziert die Zahl der Verbote und Bedingungen im Unternehmenssektor
  4. Reduziert gesetzliche Lizensierungszeiten für Unternehmen
  5. Gestaltet die Unternehmensführung flexibler (wie z.B. mehrfache Stellvertretung und Verringerung der Wahlvoraussetzungen) und
  6. erzeugt günstigere Konditionen für Aktionärsklagen/Anlegerklagen

Darüber hinaus treten neue Gesetz und Regulierungen in Kraft die das Eigentum von Ausländern an Grundbesitz betreffen.

Ausländer können nun Appartements besitzen und erstmals Häuser kaufen. Sie dürfen nun auch Untervermieten und Grundbesitz erben.

Die durch das Inkrafttreten einiger internationaler Handelsabkommen, im besonderen EVFTA, eintretenden positiven Veränderungen werden von den EuroCham Mitgliedern begrüßt, da sie nicht nur das Unternehmen fördern, sondern auch zu Vietnams Wachstum beitragen.

Vietnam als attraktives FDI Ziel

Zusätzlich zu der Vielzahl an rechtlichen Änderungen besitzt Vietnam fundamentale Prinzipien die zu seinem Wachstum beitragen. Beispielsweise ist Vietnam mit 25% der 90 Millionen Einwohners zwischen 10 und 24 Jahren im Goldenen Zeitalter der demographischen Entwicklung. Das Pro Kopf BIP hat sich drastisch erhöht, da Vietnam die am schnellsten wachsende Mittelstandsklasse in Südostasien hat (12,9 % Wachstum pro Jahr zwischen 2012 und 2020). Aufgrund der hohen Lesefähigkeit der Bevölkerung und des Bildungsniveuas mit vergleichsweise niedrigen Löhnen, Konnexität und der zentralen Lage innerhalb des ASEAN wählen mehr und mehr Investoren Vietnam als ihren Mittelpunkt um die Mekong Region und die Region drum herum zu unterhalten.

Vietnams attraktives Profil wird durch die generelle Willkommenshaltung gegenüber Auslandsdirektinvestitionen (FDI) in den Produktionstätigkeiten reflektiert.

Die Verpflichtung Vietnams zur sukzessiven Öffnung der meisten Dienstleistungssektoren nach dem WTO Plan hat in 2007 begonnen und wurde in 2015 abgeschlossen.

Nationales Recht hat zudem den Zugang zum Markt auf andere Sektoren über die WTO Verpflichtungen hinaus geöffnet.

Beispielsweise war die Teilhaberschaft an öffentlichen Unternehmen durch Ausländer früher begrenzt auf 49 % und ist nun generell zu 100 % für ausländischen Anteilbesitz möglich. Vietnam gewährt auch

Zuschüsse für Investitionen inklusive Steuererleichterungen in Bereichen wie z.B. High Tech, Umwelttechnologie und Landwirtschaft, in denen europäische Unternehmen weltweit führen sind.

In 2014 hat Vietnam darüber hinaus 21.92 Milliarden Dollar als FDI verzeichnet mit insgesamt 1843 Investitionslizenzen für auslandsfinanzierte Projekte mit einem registrierten Kapital von 16.5 Milliarden Dollar, was einen Anstieg um 14 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Unter den Auslandsinvestoren stellt die EU eine zunehmend wichtige Quelle als FDI für Vietnam dar. „Nach Angaben der Auslandsinvestitionsagentur des vietnamesischen Ministeriums für Planung und Investment haben Investoren aus 23 der 28 Mitgliedstaaten der EU insgesamt Investitionen von 19.1 Milliarden Dollar in 1566 Projekte über 25 Jahre getätigt (Stand 15.12.2014).

Die EU steht aufgrund der starken Aktivität von insgesamt 587.1 Milliarden Dollar in FDIs in 2014 auf Platz 5 der FDI Partner von Vietnam.

Zusätzlich zu den FDIs wird die starke Handelsbeziehung zwischen der EU und Vietnam auch durch Programme wie z.B. MUTRAP, welches über 35.12 Milliarden Euro beinhaltet, deutlich.

MUTRAP half Vietnam in der Verhandlung über den WTO Beitritt und unterstützt Vietnam auch weiterhin bei der Umsetzung der Handelsverpflichtungen.

Bezüglich des Handels wird erwartet, dass sowohl die europäischen als auch vietnamesischen Unternehmen von EVFTA profitieren. Die FTA will sukzessiv die Zölle für über 99 % der Waren und Dienstleistungen abschaffen und auch weitere bilaterale Handelsmechanismen unterstützen.

Am 4.08.2015 haben die EU und Vietnam ein Freihandelsabkommen getroffen, welches mehr FDI in das Land locken soll.

Vietnams Top Handelspartner in 2013

Letzendlich wird das starke Engagement der EU in Bezug auf die Unterstützung Vietnams zur Modernisierung und Integration in die Weltwirtschaft durch die Hilfsprogramme wiedergespiegelt/ deutlich. Die EU hat im Einklang mit dem 2020 sozialökonischem Plan Vietnams ihre Hilfe um 30 % auf 400 Millionen Euro im Rahmen des mehrjährigen Richtprogrammes für die Zeit zwischen 2014- 2020 mit Fokusierung auf die Entwicklung von sauberer Energie in Vietnam erhöht.

Weitere Verbesserungen sind nötig.

Vietnams Entwicklung und Attraktivität bei ausländischen Investoren kann nicht geleugnet werden, da Vietnam fortwährend sein wirtschaftspolitisches Umfeld verbessert. Jedoch wurden, im Zeitpunkt des Verfassens des Artikels, Richtlinien für viele neue Gesetze noch nicht veröffentlicht, und Investoren nehmen Verzögerungen des Bewerbungsprozesses wahr. Wir erwarten eine Verbesserung der Bearbeitungszeiten sobald die Richtlinien in Kraft treten und die Beamten/Amtsträger sich an die Veränderungen gewöhnt haben.

Ein anderes Thema, welches durch unsere Mitglieder hervorgehoben wurde, ist, dass viele ausländische Invetsoren immer noch mit der vietnamesischen Bürokratie zu kämpfen haben. Steuererklärungen einreichen, Zollbefreiungen, Unternehmensregistrierungen und Lizensierungen, sowie weitere administrative Prozeduren werden oft verzögert, das Ergebnis ist unvorhersehbar und Unternehmen müssen Resourcen in die Administration stecken, die sie lieber in die Erweiterung ihrer Haupttätigkeit investieren würden.

Trotz der verbleibenden Hürden hat die vietnamesiche Regierung ihr Verständnis über die Probleme der ausländischen Investoren zum Ausdruck gebracht. Aufgrund des ansteigenden Zugangs ausländischer Investoren zum Markt wird erwartet, dass Auslandsdirektinvestitionen weiter fließen. Für die ausländischen Investoren wird das potenzielle Risiko wesentlich von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und seiner Grundsätze überwogen .

In diesem Lichte möchte die EuroCham in Verbindung mit einigen wichtigen Ratschlägen die Kernprobleme präsentieren, die ihren Mitgliedern aufgrund der Tätigkeiten in Vietnam begegnen.

EuroCham hofft auf einen konstruktiven Dialog und ansteigende Kooperation mit den respektiven Behörden bezüglich der angesprochenen Schwierigkeiten in diesem Artikel, um das wirtschaftspolitische Umfeld für alle Unternehmen in Vietnam weiter zu verbessern und um zur schnellen Modernisierung des Landes beizutragen.