Der Gesetzentwurf 6929 über die Einführung eines neuen Regimes von alternativen Investmentfonds (AIF), sog. reservierte alternativer Investmentfonds (RAIF) oder “fonds d’investissement alternatif réservé” (FIAR) wurde am 14. Juli vom Luxemburger Parlament verabschiedet. Das entsprechende Gesetz (RAIF-Gesetz) wird drei Tage nach seiner Veröffentlichung im Mémorial in Kraft treten.

RAIFs bieten für Manager von Luxemburger AIFs zusätzliche Möglichkeiten. Bisher haben diese ihre Fonds entweder als regulierte SICARs, SIFs oder OGA strukturiert oder in manchen Fällen als unregulierte Kapital- bzw. Personengesellschaften (SCS oder SCSp). Der RAIF ist ein Hybrid zwischen den SIF und SICAR-Regelungen hinsichtlich operationeller Flexibilität (insbesondere hinsichtlich der verfügbaren Rechtsformen, der Möglichkeit Umbrellas mit einem oder mehreren Teilfonds aufzulegen und der zulässigen Assetklassen) und steuerlicher Effizienz, die zwei wesentlichsten Unterschiede sind dabei:

  • ein RAIF benötigt keine Zulassung durch die CSSF und er unterliegt auch keiner behördlichen Aufsicht; und
  • nur ein AIF im Sinne der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMD) kann als RAIF aufgelegt werden und er muss von einem externen zugelassenen Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM) verwaltet werden, der in Luxemburg, einem andern EU-Mitgliedstatt oder - sobald die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen sind – von einem AIFM in einem Drittstaat verwaltet werden.

Ein RAIF kann ohne Einhaltung einer Risikostreuung investieren, wenn sein Gründungsdokument vorsieht, dass der Gesellschaftszweck ausschließlich in der Anlage in Risikokapital besteht.
Das Steuerregime eines RAIF entspricht dem eines SIF, d.h. RAIF unterliegen keiner Einkommens- oder Vermögenssteuer, jedoch der sog. taxe d‘abonnement von 0,01% p.a. (je nach Anlagen des RAIF kann es Ausnahmen hierzu geben).

Alternativ kann sich ein RAIF den gleichen Besteuerungsregeln unterwerfen wie eine SICAR. Sofern er als Kapitalgesellschaft (wie S.A., S.à r.l. oder S.C.A.) ausgestaltet ist und sein Gründungsdokument vorsieht, dass der Gesellschaftszweck ausschließlich in der Anlage in Risikokapital besteht, ist er normal steuerpflichtig, aber Erträge bzw. Gewinne aus der Anlage von Wertpapieren, die Risikokaptial darstellen, sind nicht Teil der Besteuerungsgrundlage. Vermögenssteuer und taxe d’abonnement fallen nicht an. Ein RAIF, der als FCP oder Kommanditgesellschaft (SCS or SCSp) strukturiert ist und wie eine SICAR besteuert wird, unterliegt in Luxemburg keiner Einkommensteuer, Vermögenssteuer oder taxe d’abonnement.

Verwaltungsdienstleistungen für RAIF sind in Luxemburg von der Mehrwertsteuerpflicht ausgenommen.

Unser Memorandum zum RAIF finden Sie hier.