Das Browser Plug-In Adblock Plus war Gegenstand von drei Gerichtsverfahren in Hamburg (LG Hamburg, Urteil vom 21. April 2014 – 416 HKO 159/14) und München (LG München, Urteile vom 27. Mai 2015 – 37 O 11673/14 und 37 O 11843/14). Adblock Plus dient dazu, Werbung wie z.B. Werbebanner oder Skripten aus Webseiten auszufiltern, so dass dem Internetnutzer Werbung nicht mehr angezeigt wird. Darüber hinaus können sich werbetreibende Unternehmen aber auch in sogenannte „Whitelists“ einkaufen; Werbung von Unternehmen der Whitelist werden standardmäßig angezeigt und müssen vom Nutzer ausdrücklich über eine Funktion in Adblock Plus abgeschaltet werden.

Die Landgerichte haben sowohl wettbewerbsrechtliche als auch kartellrechtliche Ansprüche der Kläger abgelehnt. Nach Ansicht der Gerichte liegt keine wettbewerbsrechtlich relevante, gezielte Behinderung vor, da das Angebot von Adblock Plus gerade auf werbefinanzierte Webseiten angewiesen sei. Deshalb verdränge es auch keine der Kläger von diesem Markt oder schwäche deren Marktposition. Für kartellrechtliche Ansprüche fehlt es nach Ansicht der Gerichte bereits an einer entsprechenden Marktmacht von Adblock Plus.

Praxishinweis: Um die Gefahr zu vermeiden, dass durch Werbeblocker unterdrückte Einblendungen mitgezählt werden und in der Abrechnung auftauchen, sollten Werbetreibende die Einbindung von Bannern, Skripten und anderen Mechanismen, Werbung für Webseitenbesucher anzuzeigen und zu zählen, technisch und vor allem rechtlich prüfen. Insbesondere die Regelungen zur Erfüllung der Vertragspflicht (d.h. der Anzeige von Werbebannern) sollte daraufhin überprüft werden, ob sie den zunehmenden Einsatz von Werbeblockern durch Internetnutzer abbilden.