Auf dem G20 Gipfel in Brisbane vor einem Jahr haben sich die Mitgliedsstaaten auf 10 Prinzipien zur Verbesserung der Geldwäscheprävention (Transparenz bei den wirtschaftlich Berechtigten) geeinigt. Transparency International nimmt den Jahrestag am Sonntag zum Anlaß einen Bericht zum Stand der Maßnahmen der G20-Staaten zu veröffentlichen, der den provokanten Titel „Just for show“ leicht relativiert mit einem Fragezeichen trägt.

Die tabellarische Übersicht auf S. 8 des Berichts zeigt denn auch, dass nach der Bewertung von TI noch viel Luft nach oben besteht. Gerade einmal UK schaffte es als einziges Land in das Tier 1. Deutschland liegt im Tier 3 gemeinsam mit Staaten wie Russland, Saudi Arabien oder Indonesien. Insoweit „beruhigend“ allerdings, die USA liegen in Tier 4.

Der Betrachtungszeitraum von einem Jahr ist sicher zu kurz, um die Beschlüsse von Brisbane als Feigenblatt zu brandmarken, weshalb das Fragezeichen mE nicht nur nötig ist, sondern sogar einen Fettdruck verdient hätte. So wird zurecht auf zahlreiche Gesetzgebungsverfahren verwiesen, die noch nicht abgeschlossen sind, aber die Bewertung verbessern (werden). Andererseits schadet ein kritische Begleitung des Umsetzungsprozesses sicher nicht.