Das Bundeskartellamt führt seit zwei Jahren ein Verfahren gegen die Deutsche Bahn. Dieses fand nunmehr einen vorläufigen Höhepunkt durch einen Zwischenbescheid. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen, um die Wettbewerber im Nah- und Fernverkehr zu behindern. Die untersuchten Verhaltensweisen betrafen etwa zu hohe Provisionsgebühren beim Verkauf fremder Fahrkarten. Die Deutsche Bahn gewährte eine geringere Umsatzbeteiligung beim Verkauf von Tickets der Deutschen Bahn durch Wettbewerber als im umgekehrten Fall. Auch die fehlenden Möglichkeiten von Wettbewerbern, ihre Fahrkarten in den Bahnhöfen der Deutschen Bahn zu vertreiben oder Tickets für den Fernverkehr in deren Reisezentren zu verkaufen, wurden bemängelt. Die Deutsche Bahn lenkte inzwischen aber ein. Nunmehr dürfen fremde Fahrscheine in den in Bahnhöfen vermieteten Läden verkauft werden. Das Unternehmen geht außerdem weiter auf das Bundeskartellamt zu, indem es „symmetrische Provisionen“ einführt und den Verkauf von Fernverkehrstickets an den eigenen Schaltern erlaubt. Das Bundeskartellamt prüft nun, ob die Maßnahmen der Deutschen Bahn genügen, das Verfahren einzustellen.