Die Kommission erwägt die Ergänzung ihres Kronzeugenprogramms. Bei anonymen Hinweisen soll künftig ein fortgesetzter Kontakt zum Whistleblower möglich sein, ohne dass die Person des Informanten preisgegeben wird. Der Europäischen Kommission würde so nach der ersten Kontaktaufnahme ermöglicht, weitere Informationen anzufragen, die für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, eine Durchsuchung und die Feststellung eines Wettbewerbsverstoßes erforderlich sein können. Zur Wahrung der Anonymität des Whistleblowers soll ein sicheres zweiseitiges Kommunikationsportal, das von einem Drittanbieter unterhalten wird, aufgesetzt werden. So müsste etwa der Manager oder Kunde eines Kartellanten trotz des Austauschs mit der Kommission keine Vergeltungsmaßnahmen des Kartelltäters befürchten, da sein Verhalten diesem verborgen bleibt. Das Bundeskartellamt unterhält bereits ein ähnliches System, das von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zertifiziert ist und in vergleichbarer Form in der unternehmensinternen Korruptionsbekämpfung oder bei Polizeibehörden verwendet wird.