Ende des Jahres 2015 hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschieden, dass ein „freier“ Kameramann, der sich selbst über eine von ihm eigens dazu gegründete GmbH an die auftraggebende Rundfunkanstalt „verlieh“, trotz einer solchen Gestaltung als Arbeitnehmer des auftraggebenden Senders anzusehen ist.

Im konkreten Fall erfolgte die Konstruktion eines solchen „Selbstverleihs“ des Kameramanns als Geschäftsführer seiner eigenen GmbH, um senderinterne, zeitliche Maximalvorgaben zum Einsatz freier Mitarbeiter zu umgehen. In der Folgezeit berief sich der Kameramann jedoch darauf, es bestehe ein Vollzeitarbeitsverhältnis als Kameramann zur (auftraggebenden) Sendeanstalt. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gab der Klage des Kameramanns auf Feststellung seines Arbeitnehmerstatus in zweiter Instanz statt. Es stellte dabei klar, dass es sich bei der konkreten Tätigkeit aufgrund des Umfangs der Einsätze sowie der Art der geschuldeten Arbeit auch nicht um eine eigene, programmgestaltende Tätigkeit handelte. Das „Verleihen“ über eine Drittfirma stehe dem Arbeitnehmerstatus nicht entgegen, da eine solche Vertragsgestaltung auf eine Umgehung der zwingenden Arbeitnehmerschutzvorschriften ausgelegt sei.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hat das Landesarbeitsgericht die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.