Vietnams Wirtschaft hängt stark vom Bergbau ab. Die Direktive Nr. 2/CT-TTg vom Januar 2012 und das Dekret Nr. 15/2015/ND-CP sowie ein Besuch des australischen Premier Ministers haben die Bedeutung der Benutzung von modernen und hochtechnologisiert Bergbaugerätschaften hervorgehoben. Trotzdem ist die Gesetzgebung, welche den Bergbausektor betrifft sowohl für ausländische als auch für lokale Investoren ungünstig, vor allem gibt es hohe Lizenzgebühren und Steuern sowie weitere Abgaben, auf die im Folgenden eingegangen wird:

  • Zahlung für das Bergbaurecht: Um das Abbaurecht für beispielsweise Erz zu erhalten, müssen die Unternehmen gemäß dem Dekret Nr. 203/2013/ND-CP eine Zahlung von 1-5% des Wertes des reinen Erzes tätigen. Diese Abgabe ist nicht praktisch und wird ausländische Unternehmen davon abhalten in die Bergbauindustrie zu investieren. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass viel zu viel für die Abbau- und Bergbaugerätschaften bezahlt werden muss. Dementsprechend werden die Investitionen in die Werkzeuge reduziert, da man die Abgabe aufbringen muss. Als Resultat daraus werden keine fortschrittlichen und umweltfreundlichen Technologien von den Abbaufirmen verwendet, was in einem nicht effektiven Abbau resultiert. Das Gesagte vorangestellt, wird der Regierung empfohlen, dass Dekret zu erlassen und die Abgabe auf jährlicher Basis zu verlangen und diese erst nachdem Abbau eintreiben.
  • Umweltschutz-Abgabe: Das Circular Nr. 158/2011/TT-BTC ist die Rechtsgrundlage für eine Umweltschutzabgabe, welche sich nach Menge des Rohmetalls Erz auf jährlicher Basis berechnet. Die Berechnung dieser Abgabe beruht einzig auf den Abbaumengen, nicht auf der eigentlichen Umweltverschmutzung durch die jeweilige Miene. Diese Verordnung ist nicht gerecht, Bergbauunternehmen, die modernere und umweltschonende Technologie nutzen und damit einen geringen Einfluss auf die Umwelt haben, zahlen den identischen Betrag wie Bergbauunternehmen, die veraltete Gerätschaften haben und die Umwelt zerstören. Diese Regelung fördert nicht das Bedürfnis von Bergbauunternehmen in neue Technologien zu investieren oder gar die Umwelt zu schützen. Das Circular sollte sich darauf beziehen, dass die Umwelt-Abgabe auch den wirklichen Umweltverschmutzungen Rechnung trägt und daran gemessen wird.
  • Lizenzgebühren auf Mineralstoffe: Gemäß der Resolution Nr. 712/2013/UBTVQH13 hat sich die natürliche Ressourcensteuer für viele Mineralien deutlich erhöht, z.B. für Wolfram (18%), Titan, (16%), Kupfer (13%), Eisen (12%), usw. Obwohl die natürliche Ressourcensteuer für Gold, Silber, Aluminium, Bauxite, Zinn, Blei und Zink nicht gestiegen ist, liegt sie bei 10%. Zusätzlich hat das Finanzministerium entschieden, dass die Abbausteuer für natürliche Ressourcen bis zum 1. Januar 2016 für fast alle Rohstoffe um 15-50% steigen soll. Das wird die Steuerlast von Bergbauunternehmen erheblich erhöhen und es ist sehr gut möglich dass einige Unternehmen insolvent gehen. Deshalb sollte die Regierung diese Veränderung noch nicht verabschieden.
  • Körperschaftssteuer für Bergbauunternehmen: Das Dekret Nr. 122/ND-CP, welches eine Vielzahl der Paragraphen des Regierungsdekrets Nr. 124/2008/ND-CP verbessert und ergänzt, indem es detailliert und richtungsweisend die Einführung einiger Artikel des Gesetzes für Körperschaftssteuer Nr. 14/2008/QH12, reduziert die Unternehmenseinkommenssteuer auf 25%, ausgenommen sind jedoch Bergbauunternehmen welche kostbare und rare natürliche Ressourcen abbauen, bei diesen liegt die Steuer bei 50%. Mit dem neuen Dekret, soll die Steuer auf 40% reduziert werden, was notwendig ist, da mehr als 70% der Bergbauunternehmen in wirtschaftlich schwierigen Regionen liegen. Das Dekret besagt jedoch auch, dass es für den Abbau von Mineralien keine weiteren Vergünstigungen geben wird.

Die Lizenzgebühren, Abgaben und Steuern, welche Bergbauunternehmen in Vietnam zahlen müssen sind hoch, es ist jedoch unklar wie diese eingefordert werden und was im Anschluss daran mit den Geldern passiert. Die Wirtschaftsgemeinschaft ist nicht darüber informiert, was mit den Verwaltungsgebühren geschieht. Die Umweltschutz-Abgabe sollte dafür genutzt werden, dass die Umwelt der Mienen wieder aufgebaut wird, denn deshalb zahlen die Unternehmen diese Abgabe. Die Regierung sollte mehr Informationen veröffentlichen bzgl. der Lizenzvergabe und finanziellen Verpflichtungen welche die einzelnen Bewerber für die Bergbaulizenz haben.

Weiterhin sollte die Regierung zurzeit keine Steuererhöhungen anstreben, denn die Erhöhungen und die Lizenzgebühr werden dazu führen, dass es immer weniger Investoren in der Bergbautechnologie gibt. Im Gegenteil, es wird weiterhin die veraltete Technologie genutzt, was genau entgegen der Direktive des Premier Ministers läuft.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Regierung, um mehr Investitionen im Bergbausektor und die Nutzung von neuerer Technologie zu fördern, eher die Art der Steuereintreibung kontrollieren sollte, anstatt die Steuern zu erhöhen, sowie mehr Transparenz in der Gestaltung der Abgaben und Steuerverwaltung anstreben sollte.