Frankreich hat noch Ende 2015 im sog „Finance Act 2016“ erhebliche Nachbesserungen ihres Instruments „Tax Rebate for International Productions“ beschlossen. Dieses Instrument des CNC zielt insbesondere auf Filmprojekte (gleich ob Spielfilm oder TV) nicht-französischer Unternehmen mit Herstellungsanteil in Frankreich über französische Service-Produzenten. Bezuschusst werden bestimmte qualifizierte französische bzw. europäische Produktionskosten. 

Erklärtes Motiv dieser Nachbesserungen ist es, Frankreichs Attraktivität als internationalen Filmund Produktionsstandort über die Möglichkeiten der Koproduktionsförderung hinaus signifikant zu steigern. Die aus internationaler Sicht wesentlichen Änderungen sind folgende: Das Förderinstrument greift nun auch für Produktionen, die nicht in Französisch als Originalsprache hergestellt werden. Der maximale Zuschuss wurde auf sagenhafte bis zu 30 Mio. € je Projekt erhöht und kann bereits während laufender Produktion in Anspruch genommen werden. Der bisherige Spitzensatz von 30% auf die qualifizierten Ausgaben gilt künftig einheitlich für alle förderfähigen Produktionen. Zudem wurde die Eingangsschwelle zur Förderfähigkeit gesenkt: Gefördert werden Projekte nun bereits wenn 50% des Budgets der Produktion oder mindestens 1 Mio. € (statt bisher 2 Mio. €) in Frankreich ausgegeben wird. 

Fazit: Mit den Änderungen öffnet sich Frankreich ganz bewusst dem Markt für englisch-sprachige (Mammut-)Projekte - ohne die Notwendigkeit einer Koproduktion. Voraussetzung bleibt, dass ein kultureller Mindestbezug gegeben sein muss, der nach Punktekatalog ermittelt wird. Auch hierzu sind künftig flexiblere Regelungen vorgesehen. Weitergehende Informationen hierzu finden sich unter: http://www.cnc.fr/web/en/tax-rebate