Der Bundesrat schlägt in seiner heutigen Botschaft an das Parlament vor, den Besteuerungsort von Immobilien-Makler am Wohnsitz bzw. Sitz des Maklers zu vereinheitlichen. Damit werden Besteuerungsunterschiede bei Maklern beseitigt. Die Vorlage war in der Vernehmlassung unbestritten. Es wird deshalb erwartet, dass das Parlament der Gesetzesänderung zustimmen wird. Diesem Geschäft wird in Bern zurzeit nicht die höchste Priorität eingeräumt. Die Gesetzesänderungen treten deshalb voraussichtlich erst am 1. Januar 2019 in Kraft.

Fehlende gesetzliche Regelung für Makler

Das geltende Recht sieht vor, dass natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz für die vereinnahmten Maklerprovisionen am Grundstücksort besteuert werden.

Für juristische Personen mit Sitz in der Schweiz fehlt im interkantonalen Verhältnis eine gesetzliche Regelung. Das Bundesgericht hat deshalb bereits im Jahr 2002 entschieden, dass für juristische Personen die gleichen Regelungen wie für die natürlichen Personen gelten und Maklerprovisionen am Grundstücksortsteuerbar sind. Makler, welche auch ausserhalb ihres Sitzkantons tätig sind, müssen deshalb auch dort eine Steuererklärung einreichen.

Erleichterungen und Steueroptimierung für Makler

Mit den geplanten Änderungen werden administrativen Hürden für Makler beseitigt. Da die Maklerprovisionen künftig ausschliesslich am Sitz des Maklers besteuert werden, entfällt die Pflicht des Maklers, in jedem anderen Kanton, in welchem er vermittelnd tätig ist, eine Steuererklärung einzureichen. Dies bringt den Maklern eine grosse administrative Erleichterung.

Mit der künftigen Besteuerung der Maklerprovisionen am Sitz bzw. Wohnsitz des Maklers gewinnt die Sitz- bzw. Wohnsitzwahl an Bedeutung. Je tiefer die Steuerbelastung am Sitz des Maklers, desto höher wird sein Gewinn ausfallen.

Es wird aber für Makler künftig schwieriger, den Balanceakt zwischen dem steueroptimierten Sitz und der lokalen Präsenz erfolgreich zu meistern.

Innerkommunale Steuerausscheidung

Es stellt sich die Frage, inwieweit Kantone ihre jeweiligen Vorschriften zur innerkommunalen Steuerausscheidung dieser Gesetzesvorlage anpassen werden. Wenn man das Ziel der Vorlage – ein einheitlicher Besteuerungsort für Makler – umsetzen will, wäre es wünschenswert, wenn die Kantone diese neuen Regelungen auch im innerkommunalen Bereich unverändert übernehmen.

Ausländische Makler

Makler mit Wohnsitz im Ausland, welche Grundstücke in der Schweiz vermitteln, werden im Sinne einer Ausnahme weiterhin ausschliesslich am Grundstücksort besteuert. Sie begründen dort eine beschränkte Steuerpflicht.

Abgrenzung zum Grundstückhandel

Bei der Besteuerung ist zwischen der Vermittlung und dem eigentlich Grundstückhandel zu unterscheiden. Während Makler neuerdings grundsätzlich an ihrem Sitz besteuert werden, sind Liegenschaftenhändler nach wie vor am jeweiligen Grundstücksort steuerpflichtig.

Makler sind mit Blick auf die Gesetzesvorlage gut beraten, wenn sie ihren künftigen Sitz vorausschauend planen.