Vor Durchführung der Sanierung können nur die Mangelbeseitigungskosten verlangt werden, die sicher mindestens anfallen werden. Gibt es mehrere etwa gleichwertige bauliche Sanierungsvarianten, können nur die Kosten der günstigeren Variante zugrunde gelegt werden. Das hat das OLG München in seinem Urteil vom 03.11.2015 – 9 U 2777/11 – entschieden.

Der Bauherr nahm den planenden und bauaufsichtsführenden Architekten auf Schadensersatz wegen diverser Baumängel in Anspruch. Ein wesentlicher Mangel lag darin, dass die Tiefgaragenabfahrt fehlerhaft geplant und ausgeführt wurde. Ihr Befahren war daher nicht gefahrlos möglich. Der gerichtlich bestellte Sachverständige stellte fest, dass die störende Betonsäule durch eine Stahlkonstruktion mit einem Aufwand von rund 40.000,00 EUR netto ersetzt werden könne. Der vom Bauherrn beauftragte Sachverständige schlug eine Sanierungsvariante vor, deren Kosten um ein Vielfaches höher lagen. Der Bauherr klagte den höheren Betrag ein.

Das OLG München spricht dem Bauherrn nur den geringeren Betrag zu. Beide Sanierungsvarianten sieht es als gleichwertig an. Es vertritt die Auffassung, dass vor Durchführung der Sanierung nur die sicher mindestanfallenden Mangelbeseitigungskosten ohne Umsatzsteuer zugesprochen werden können.