Im März 2013 hatte das Bundeskartellamt im Anschluss an die Prüfungsergebnisse der Sektorenuntersuchung Fernwärme ein Missbrauchsverfahren wegen Preishöhenmissbrauchs gegen mehrere Versorgungsunternehmen eingeleitet. Betroffen von dem Verfahren war u.a. die Stadtwerke Leipzig GmbH („SW Leipzig“). Dieses Verfahren wurde nunmehr im Oktober 2015 im Wege der Einigung abgeschlossen. Die SW Leipzig wird beginnend zum 1. Januar 2016 eine jährliche Senkung der Fernwärmepreise in Höhe von ca. EUR 8 Mio. über eine Laufzeit von fünf Jahren (Gesamtvolumen: ca. EUR 40,8 Mio.) vornehmen. Nach dem Bundeskartellamt werden von den Zusagen der SW Leipzig zur Umsetzung günstigerer Wärmepreise die Verbraucher in Leipzig unmittelbar und zeitnah profitieren. Die Behörde betonte, sie habe in diesem Fall ausnahmsweise zukünftige Preissenkungen akzeptiert. Diese könnten als Kompensation für möglicherweise überhöhte Preise in der Vergangenheit herangezogen werden. Denn die zugesagten Preissenkungen erreichten weiterhin denselben Kundenkreis. Eine verstärkte Kundenbindung werde indes nicht herbeigeführt, da – wie üblich – der etablierte Fernwärmeversorger in seinem jeweiligen lokalen Netzgebiet konkurrenzlos sei. Wechselmöglichkeiten der Kunden bestünden praktisch ohnehin nicht. Die von der SW Leipzig vorgebrachten Rechtfertigungsgründe für vergleichsweise höhere Preise ließ das Bundeskartellamt nicht gelten. Um in dem rechtlich und technisch komplexen Sachverhalt keine weiteren Bewertungen vornehmen zu müssen und um einen langjährigen Rechtsstreit zu vermeiden, setzte das Amt auf eine Einigung.