Am 19. Dezember 2014 (“Dezember Konsultation”) hat die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) ihre abschließende technische Begutachtung zur Umsetzung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (“MiFID II”) und der dazugehörigen Verordnung (“MiFIR”) veröffentlicht sowie eine Konsultation zu den hierfür entwickelten aufsichtsrechtlichen technischen Standards in die Wege geleitet.

Sowohl die Begutachtung als auch die entsprechend entwickelten Standards setzen den Regelungsgehalt der MiFID II / MiFIR in praktisch anwendbare Vorschriften um, welche sodann für Markteilnehmer und nationale Aufsichtsbehörden gelten sollen. Der neu geschaffene aufsichtsrechtliche Rahmen soll insofern sicherstellen, dass die Sekundärmärkte fair, transparent und sicher werden sowie dass die Produkte stets unter Wahrung der Investoreninteressen erworben und veräußert werden.

Da die Transparenzvorschriften der Dezember Konsultation auf Fremdkapitalinstrumente keine Anwendung finden, hat die ESMA beschlossen, entsprechende Standards in einem unabhängigen Konsultationspapier festzulegen, welches am 18. Februar 2015 veröffentlicht wurde. 

Von diesem Konsultationspapier werden folgende Fremdkapitalaktiva erfasst:

  • Devisenderivate,
  • Kreditderivate,
  • Sonstige Derivate, und
  • Differenzkontrakte (CFD).

Dieses Konsultationspapier basiert auf den Erkenntnissen der Dezember Konsultation und beinhaltet Regelungen zur Liquiditätsbewertung der oben genannten Instrumente sowie verschiedene Grenzwerte, welche aus Transparenzgründen vor-/ bzw. nachbörslich im Hinblick auf die Größenordnung der Instrumente nicht überschritten werden dürfen. Die Konsultation endete am 20. März 2015, wobei damit gerechnet werden kann, dass die ESMA die entsprechenden Ergebnisse der Europäischen Kommission Mitte des Jahres 2015 übermitteln wird. MiFID II und MiFIR sowie deren Umsetzungsvorschriften werden ab dem 3. Januar 2017 verbindlich gelten.