Die Europäische Kommission führt derzeit eine Konsultation zu der Frage durch, ob die nationalen Wettbewerbsbehörden über einen europäischen Rechtsakt mit zusätzlichen Instrumenten zur Durchsetzung des Kartellrechts gestärkt werden sollten. Zwar habe die Kartellverordnung 1/2003 erhebliche Fortschritte bei der behördlichen Kartellrechtsdurchsetzung in der Europäischen Union gebracht. Es müssten aber weiterhin Unterschiede zwischen den nationalen Systemen abgebaut werden. Bei gleichen materiell-rechtlichen Bedingungen sollten auch vergleichbare verfahrensrechtliche Bestimmungen gelten. Teilweise dürften beispielsweise nationale Wettbewerbshüter bei Nachprüfungen in Räumlichkeiten eines unter Kartellverdacht stehenden Unternehmens Beweise auf digitalen Datenträgern nicht beschlagnahmen oder für eine Kartellbuße nicht die volle Dauer der Kartellbeteiligung berücksichtigen. Stellungnahmen können im Rahmen der Konsultation bis zum 12. Februar 2016 eingereicht werden.